Sozialkassen Loch von 3,3 Milliarden Euro
Wiesbaden - 2004 habe es hingegen zum Milliardendefizit aus dem vergangenen Jahr einen Überschuss von 2,1 Milliarden bei der Gesetzlichen Sozialversicherung gegeben, teilte das Statistische Bundesamt heute mit.
Der Grund ist simpel: Die Schere zwischen Einnahmen der Sozialversicherungssysteme und ihren Ausgaben öffnet sich weiter. Laut Statistischem Bundesamt sanken die Einnahmen um 0,5 Prozent auf 465,7 Milliarden Euro, während gleichzeitig die Ausgaben um 0,6 Prozent auf 469,0 Milliarden Euro stiegen.
Nur die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) verbuchte den Angaben zufolge im vergangenen Jahr einen Überschuss von 1,5 Milliarden Euro als einziger Zweig der deutschen Sozialversicherungssysteme. Doch auch hier fiel das Ergebnis deutlich schlechter als noch 2004 aus: Damals lag der Jahresüberschuss bei vier Milliarden Euro. Die Pflegeversicherung halbierte ihr Defizit auf 0,4 Milliarden Euro.
Die gesetzliche Krankenversicherung musste vor allem für Arznei-, Verband- und Hilfsmittel mehr Geld ausgeben vor allem deshalb, weil die Herstellerrabatte sanken. Gleichzeitig profitierten die Kassen nach Angaben der Statistiker jedoch von der Tatsache, dass sich immer weniger Menschen in Deutschland krank melden: Wegen des niedrigsten Krankenstands seit Einführung der Lohnfortzahlung im Jahr 1970 fielen die Ausgaben für Krankengeld im vergangenen Jahr 7,8 Prozent geringer aus als im Vorjahr.
Größtes Sorgenkind unter den Sozialversicherungssystemen ist nach wie vor die Rentenversicherung: Hier kletterte das Defizit um 2,9 Milliarden auf etwa 4,3 Milliarden Euro. Vor allem die hohe Arbeitslosigkeit, durch die immer mehr Rentenbeiträge fehlen, und die schwache Entwicklung der Löhne vergrößerten das Loch in den Kassen.
ank/dpa/AP