Sozialsysteme Hundt fordert Nullrunde für Rentner
Berlin "Die Rentenversicherung benötigt eine kurzfristige und schnell wirkende Entlastung, damit die Rentenausgaben nicht explodieren. Deshalb bin ich dafür, die nächste Rentenanpassung am 1. Juli 2003 auszusetzen", ließ sich Hundt in der "Welt" zitieren. Seines Erachtens wäre es nur gerecht, die heutige Rentnergeneration stärker an der Lastenverteilung zu beteiligen.
Neben einer Aussetzung der Rentenanpassung an die Nettolöhne forderte der Arbeitgeber-Chef eine neue Rentenformel, bei der die Rentner weniger bekämen: "Eine schrittweise Senkung des Nettorentenniveaus für einen Arbeitnehmer mit 45 Versicherungsjahren auf eine Größenordnung von 60 bis 62 Prozent im Jahr 2030 ist durch entsprechende Änderungen in der Rentenanpassungsformel unumgänglich." Laut Gesetz ist für das Jahr 2030 ein Rentenniveau von 67 Prozent vorgesehen.
Hundt will auch erreichen, dass die Anreize zur Frühverrentung durch höhere Abschläge vermindert werden. Dazu schlägt er laut "Welt" vor, dass bei einem vorzeitigen Rentenbeginn nicht nur 0,3 Prozent sondern 0,5 Prozent je vorgezogenen Monat abgezogen werden. In allen vergleichbaren Ländern seien die Abschläge höher als in Deutschland.
Hundt warf der Bundesregierung vor, mit den geplanten Erhöhungen der Rentenbeiträge die falschen Antworten auf die bestehenden Finanzierungsprobleme zu geben. "Ohne nachhaltige Strukturreformen wird unsere Rentenversicherung dieses Jahrzehnt nicht mehr überstehen, weil sie nicht mehr zu bezahlen und irreparabel geworden ist", sagte der Arbeitgeberpräsident.