Späte Einsicht Opel-Management räumt Fehler ein
Rüsselsheim/Stuttgart - "Aus heutiger Sicht haben wir die Entwicklung des Marktes nicht richtig eingeschätzt und nicht früh genug auf die Bremse getreten", sagte Opel-Vorstandschef Hans Demant in einem Interview der Autozeitschrift "Auto-Motor-Sport".
Das Ergebnis entwickle sich schon seit Jahren in die falsche Richtung. "Wir hätten möglicherweise mit entsprechenden Maßnahmen bei der Adam Opel AG schon vor Jahren beginnen müssen. Aber diese Erkenntnis hilft uns heute nicht weiter", erklärte der Manager.
Nach Worten Demants baute das Opel-Sanierungsprogramm "Olympia" darauf, dass der Markt anspringe. "Selbst in unserem pessimistischen Szenario haben wir nicht angenommen, dass es so schlimm wird wie dieses Jahr", sagte Demant. "Wir müssen jetzt die Reißleine ziehen und unsere Organisation so verschlanken, dass wir in einem solchen Umfeld leben können."
Demant hatte Anfang Juli die Führung bei der Adam Opel AG von Carl-Peter Forster übernommen. Opel schreibt seit Jahren rote Zahlen, allein 2003 hatte sich der operative Verlust auf 384 Millionen Euro summiert. Der Opel-Mutterkonzern General Motors will in Europa mit einem Konzernumbau jährlich 500 Millionen Euro Kosten sparen und 12.000 Stellen streichen.
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Die europäischen GM-Standorte produzieren derweil wieder im normalen Umfang. Alles laufe wieder wie üblich, sagte ein GM-Sprecher am Montag. Auch im Opel-Werk in Rüsselsheim wird dem Unternehmen zufolge seit Beginn der Frühschicht wieder produziert. Der vorübergehende Produktionsstopp, eine Folge der Arbeitnehmerproteste gegen die Kürzungen, habe einen Ausfall von mehr als 7000 Autos zur Folge gehabt, sagte ein Opel-Sprecher. Vorstand und Arbeitnehmervertreter setzten am Montag ihre Verhandlungen über die Umsetzung der GM-Sparpläne fort.