Spanien Arbeitslosigkeit steigt auf 17,4 Prozent
Madrid - Von den spanischen Job-Centern werden die Schlangen immer länger: Im Zuge der Wirtschaftskrise ist die Arbeitslosigkeit in Spanien auf den höchsten Stand seit mehr als 30 Jahren gestiegen. Erstmals seit Beginn der Aufzeichnungen 1976 waren im ersten Quartal 2009 etwas mehr als vier Millionen Menschen ohne Job, wie das Nationale Statistik-Institut (INE) am Freitag in Madrid mitteilte.
Damit hat sich die Zahl der Arbeitslosen binnen eines Jahres fast verdoppelt. Im Vergleich zum vierten Quartal 2008 stieg die Arbeitslosenquote um rund 3,5 Punkte auf knapp 17,4 Prozent. Es ist der mit Abstand höchste Wert in der Europäischen Union.
"Die Zahlen sind schlechter als befürchtet und beweisen den Ernst der Krise", räumte Wirtschafts- und Finanzministerin Elena Salgado ein. Die Regierung stehe vor einer großen Herausforderung. Von nun an sei aber eine Trendwende auf dem Arbeitsmarkt zu erwarten.
Die sozialistische Regierung hatte bislang stets ausgeschlossen, dass die Zahl der Arbeitslosen in diesem Jahr die Marke von vier Millionen übersteigen könnte und für 2009 eine Quote von höchstens 15,9 Prozent prognostiziert. Die Gewerkschaften beklagten, die Situation habe sich sprunghaft verschlechtert. Die konservative Opposition forderte Steuersenkungen, was die Regierung aber ablehnt.
Allein von Januar bis März verloren nach Angaben des INE rund 800.000 Menschen ihren Job. Mittlerweile gebe es fast 1,1 Millionen Haushalte, in denen alle Familienangehörigen ohne Beschäftigung sind.
Die Situation in Spanien ist besonders schlimm, weil das Land bereits unter einer hausgemachten Immobilienkrise und dem damit verbundenen Zusammenbruch des Bausektors litt, als es von der internationalen Finanzkrise erfasst wurde.