Spanien Finanzinvestoren greifen nach Telekom-Riesen
Brüssel - Die Finanzinvestoren haben einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge mehr als 7 Milliarden Euro für Auna geboten. Inklusive der Schuldenübernahme in Höhe von 5 Milliarden Euro werde der Unternehmenswert bei einem möglichen Kauf damit auf rund 12,6 Milliarden Euro geschätzt.
Käme das Geschäft zustande, so würde dies einen neuen Rekord bedeuten: Es wäre die bisher größte Unternehmensübernahme durch Finanzinvestoren in Europa. Mitte April hatte die ägyptische Gruppe Weather Investments angekündigt, 70 Prozent des italienischen Telekomunternehmens Wind übernehmen zu wollen. Diese Transaktion umfasst nach Angaben des Verkäufers Enel rund zwölf Milliarden Euro.
Wegen der Höhe der Summe hätten sich zehn der weltweit größten Finanzinvestoren zu insgesamt vier Gruppen zusammengeschlossen. An einer Komplettübernahme seien zwei Konsortien interessiert. Dabei handele es sich einmal um den Zusammenschluss von Kohlberg, Kravis Roberts (KKR), Goldman Sachs und BC Partners sowie Apax Partners, CVC Capital Partners und Cinven Group. Eine Gruppe um Providence Equity sei an der Mobilfunksparte Aunas interessiert. Providence werde dabei von der Carlyle Group, Permira sowie von Blackstone unterstützt. Nur die Kabelsparte wolle der spanische Konkurrent in diesem Bereich Grupo Corporativo Ono kaufen.
Aunas Beraterbank Merrill Lynch habe am Donnerstag ein Regelwerk für mögliche Gebote an die potentiellen Käufer versandt. Danach stehe es diesen offen Offerten für den gesamten Konzern, der neben dem Festnetz- und Mobilfunkgeschäft noch eine Kabel- und Internetsparte hat, sowie für Teilbereiche vorzulegen. Bis zum 23. Mai solle die erste Bieterrunde laufen, hieß es in dem Bericht. Die Transaktion soll dann bis Ende Juli abgeschlossen sein.
Anfang Februar hatte die spanische Banco Santander Central Hispano (SCH) ihren Anteil an Auna um knapp fünf Prozent auf etwas über 32 Prozent aufgestockt. Die Großbank ist damit nach Endesa SA (32,7 Prozent) der zweitgrößte Anteilseigner Aunas. 18,6 Prozent hält die Union Fenesa Group. Die restlichen Anteile liegen bei Sparkassen und weiteren Investoren.
Auna hatte im vergangenen Jahr bei einem Umsatz von 4,24 Milliarden Euro (plus elf Prozent) einen Gewinn von 30 Millionen Euro erzielt. Dies war der erste Überschuss nach vier Jahren mit teils hohen Verlusten. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen war um 24 Prozent auf 1,14 Milliarden Euro geklettert.