Spanien Hohe Haftstrafen wegen Briefmarkenbetrugs
Geschädigte Anleger protestieren vor dem Gericht
Foto: Mariscal/ dpaZehn Jahre nach dem Auffliegen eines milliardenschweren Finanzbetrugs mit angeblich wertvollen Briefmarken sind in Spanien elf Angeklagte zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Die höchste Strafe von zwölf Jahren und zehn Monaten Gefängnis sprach das Gericht in Madrid gegen den damaligen Chef der Briefmarkenfirma Afinsa, Juan Antonio Cano, aus. Dieser und fünf seiner Mitangeklagten müssen den Betrugsopfern zudem 2,57 Milliarden Euro zahlen.
Zwischen 1998 und 2006 hatte Afinsa qualitativ minderwertige und teilweise sogar gefälschte Briefmarken als lukrative Geldanlage angeboten. Die Firma versprach eine Rendite auf die angeblich wertvollen Postwertzeichen, die weit über den marktüblichen Werten lag.
Finanziert wurde der Betrug nach dem sogenannten Schneeballsystem - die angeblichen Gewinne wurden aus den Einnahmen aus immer neuen Beteiligungen ausgezahlt. Als die Justiz erste Ermittlungen aufnahm, hatte Afinsa bereits Schulden in Höhe von 2,57 Milliarden Euro angehäuft.
Nach Angaben der spanischen Justiz waren die meisten der mehr als 190.000 Geschädigten Kleinsparer. Viele von ihnen hätten ihre "Ersparnisse verloren, die zur Aufstockung der Rente und für Krisenzeiten" gedacht gewesen seien.