Spar-Aktion Ikea-Haupteigner will Jobs streichen
Stockholm - Ingvar Kamprad ist unzufrieden mit seinem Unternehmen. Ikea habe bisher angesichts der Krise "zu bequem und selbstzufrieden" reagiert, beschwerte sich der Unternehmensgründer und Haupteigner der Möbelkette im Gespräch mit der Stockholmer Zeitung "Dagens Industri". Er empfehle deshalb, weiter Personal abzubauen. Der 83-Jährige ist seit 1986 offiziell nur noch beratend für Ikea tätig.
Alle Prognosen deuteten auf deutlich sinkende Gewinnmargen in diesem Jahr hin, sagte Kamprad. "Das beweist, dass wir zu schlapp bei unseren bisherigen Warenhäusern agiert haben." Ikea rechnet unter Einschluss von 14 Neueröffnungen in diesem Jahr in absoluten Zahlen weiter mit einem Umsatzplus. Nach Angaben von Kamprad verzeichne man derzeit ohne diese Neugründungen ein Umsatzminus von sieben Prozent.
Nach seiner Meinung hat das Unternehmen zuletzt "zu expansiv" gehandelt. Bei weltweit 128.000 Mitarbeitern sind seit vergangenem Jahr 5000 Stellen abgebaut worden. Ikea hat 2008 mit 296 Warenhäusern in 24 Ländern 21,8 Milliarden Euro umgesetzt. Gewinnzahlen entsprechend den Börsenregeln werden nicht veröffentlicht.
Deutschland bleibt vom geplanten Jobabbau der schwedischen Möbelkette Ikea vorerst verschont. "Ikea Deutschland plant derzeit keinen Stellenabbau", erklärte das Unternehmen am Dienstag am Sitz seiner Deutschland-Zentrale im hessischen Hofheim.
Kamprad hatte zuletzt Mitte Juni Schlagzeilen gemacht, als er Verluste aus einem vermeintlichen Betrugsskandal auf die eigene Kappe nahm. Seinen Angaben nach sollen seine russischen Geschäftspartner für die bisher elf russischen Ikea-Warenhäuser rund 1,5 Milliarden Kronen (136 Millionen Euro) zu viel für die Lieferung von Gas und Strom abgerechnet haben. Eine Unternehmenssprecherin gab ergänzend an, dass wegen nicht eingehaltener Lieferzusagen Schadensersatzklagen eingereicht worden seien.