Spar-Kurs Ford presst die Zulieferer aus
Detroit - In einem Rundbrief versuchte der Traditionskonzern seinen 200 wichtigsten Zulieferern den neuen Kurs schmackhaft zu machen. Jede Idee, die dazu beitrage, Kosten zu drücken, würde auch bares Geld auf dem Konto der Partner bedeuten. Um der Sache den nötigen Schub zu verleihen, sollen Ingenieur-Teams in die Betriebe gehen, um Materialverschwendung und knirschende Produktionsabläufe zu orten und Rezepte zur Optimierung zu entwickeln. Insgesamt will Ford mit seinem "design sharing programm" rund drei Milliarden Dollar an Kosten für die Komponenten einsparen.
Das Angebot klingt zunächst verlockend: "Von jedem Dollar, der durch einen Verbesserungsvorschlag eines Zulieferer bei der Produktion eingespart werden kann, erhält er 35 Prozent", erklärt Kostenmanager Andy Benedict den "Detroit News". Der Anteil, den Ford einstreicht, ist allerdings ungleich größer: rund 65 Prozent.
Kein Wunder, dass die Ford-Offensive bei den Partnern nicht unbedingt auf ungeteilte Zustimmung stößt. Zunächst, so der Einwand, solle der Autobauer erst einmal seine eigenen Produktionsabläufe optimieren. "Die Zulieferer sind es nicht, die die hohen Kosten verursachen. Es ist Ford selbst", sagt Donna Parolini, Präsidentin der Firma International Business Development in Bloomfiled Hills.