Spar-Posse: Post hängt Briefkästen wieder auf - DER SPIEGEL
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Spar-Posse Post hängt Briefkästen wieder auf

In einer brachialen Sparaktion wollte die Deutsche Post jeden fünften Briefkasten in Deutschland abschrauben. Doch Bürgerproteste zwingen den ehemaligen Staatsbetrieb zu Kurskorrekturen.
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Bonn - Der Post-Chef rudert zurück: "Sollte es in Einzelfällen zu Fehlern gekommen sein, sorgen wir schnell und unbürokratisch für Abhilfe", sagte Klaus Zumwinkel der "Bild"-Zeitung. Dem Blatt zufolge hat das Unternehmen bereits begonnen, Härtefälle zu prüfen. An einigen Stellen, zum Beispiel in der Nähe von Seniorenheimen und Krankenhäusern würden die Kästen in den nächsten Tagen wieder angeschraubt, so ein Unternehmenssprecher.

Das Unternehmen hatte am vergangenen Montag mit dem Abmontieren zahlreicher Briefkästen in bundesweit rund 9.000 Kommunen begonnen. Vielerorts - besonders in der Umgebung von Seniorenheimen - wurde der Abbau von Bürgerprotesten begleitet. "Hier wohnen 130 Leute, für die das Briefeschreiben ein Stück Selbständigkeit ist", beklagte sich beispielsweise Michael Mayerers, Leiter eines Altenheimes in Neviges, bei der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung".

Wie viele Kästen die Post entfernen will, hat sie bisher noch nicht verraten. Nach unbestätigten Angaben soll etwa jeder fünfte gelbe Kasten abgehängt werden. Die Post ist per Staatsvertrag verpflichtet, in Gebieten mit geschlossener Bebauung alle 1000 Meter einen Briefkasten zur Verfügung zu stellen. Nach Unternehmensangaben liegen die Wegstrecken zum Briefkasten derzeit im Schnitt bei weniger als der Hälfte.