Sparen bei VW: Modell "5000 mal 5000" in Gefahr - DER SPIEGEL
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Sparen bei VW Modell "5000 mal 5000" in Gefahr

Mit einem innovativen Beschäftigungsmodell wollte Volkswagen 5000 Arbeitslosen einen neuen Job verschaffen. Für 1500 wird es nun eng angesichts des rigiden Sparkurses, mit dem Konzernchef Bernd Pischetsrieder die Kosten um rund vier Milliarden Euro drücken will.
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Wolfsburg - Das von VW-Arbeitsdirektor Peter Hartz entwickelte Modell, bei dem 5000 Arbeitslose zu einem Bruttogehalt von 5000 Mark eingestellt werden sollen, hatte bei seiner Ankündigung vor zwei Jahren bundesweit für große Aufmerksamkeit gesorgt, weil damit der Trend zum Personalabbau umgekehrt und Arbeitslosen eine neue Perspektive gegeben werden sollte.

Nun könnte es dem Sparprogramm "For Motion" geopfert werden, bei dem laut Pischetsrieder keine Möglichkeiten zur Kostensenkung ausgelassen werden dürfen. Ein Unternehmenssprecher verwies auf Aussagen des Vorstandschefs, wonach im Rahmen der geplanten Einsparung von vier Milliarden Euro binnen zwei Jahren alle Projekte des Konzerns auf den Prüfstand kommen.

Der Sprecher bestätigte auch die Angaben der "Financial Times Deutschland"(FTD), dass über die Besetzung von 1500 noch offenen Stellen im Rahmen des Modells "5000 mal 5000" noch nicht entschieden sei. "Wir haben diese 1500 Stellen zwar geplant, aber die letzte Entscheidung steht noch aus", sagte Hartz dem Bericht zufolge.

Der Firmensprecher bekräftigte, Volkswagen halte an der Planung fest, ab 2006 den Freizeit-Van "Microbus" in Hannover zu bauen. Mit dem Betriebsrat gebe es ein Vereinbarung, dass dafür das Personal aufgestockt werden solle. Ein formaler Beschluss über den Bau des "Microbus" stehe aber noch aus.

Bei VW gibt es offenbar eine interne Diskussion darüber, dass im Rahmen des geplanten Abbaus von bis zu 2500 Arbeitsplätzen erfahrene Kräfte im Inland gehen sollen und gleichzeitig im Projekt "5000 mal 5000" Arbeitslose eingestellt werden, die erst angelernt werden müssen.

Dabei scheidet aber offenbar der Vorschlag aus, Auszubildende oder Beschäftigte aus anderen Konzernbereichen zu versetzen. Im Rahmen des Sparprogramms "ForMotion" hätten die Beschäftigten das Unternehmen über Vorruhestandsvereinbarungen bereits verlassen, hieß es in Unternehmenskreisen. Eine Stellungnahme des Betriebsrats war zunächst nicht zu erhalten. Die Landesregierung hat sich nach Angaben eines Sprechers noch keine Meinung zu dem Thema gebildet. Niedersachsen ist mit 18 Prozent größter Aktionär von VW. Das Modell "5000 mal 5000" sah vor, dass 5000 Arbeitslose aus der Region Niedersachsen eingestellt werden sollten, um für monatlich 5000 Mark (2556 Euro) eine feste Stückzahl Autos zu bauen. Die Wochenarbeitszeit dafür sollte etwa für Weiterbildung auf bis zu 42 Stunden ausgedehnt werden. Im Rahmen des Modells sind bereits 3500 Stellen für den Bau des Van-Modells "Touran" in Wolfsburg geschaffen worden, weitere 1500 sollten für den "Microbus" in Hannover entstehen.

Der VW-Konzern will pro Jahr weltweit 5000 seiner insgesamt rund 330.000 Arbeitsplätze streichen, davon etwa die Hälfte in Deutschland. Die VW-Aktie wurde am Freitag mit 36,75 Euro gehandelt, seit Jahresbeginn hat das Papier damit mehr als 17 Prozent an Wert verloren.