Sparfonds: Bundesregierung schließt Steuerschlupfloch - DER SPIEGEL
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Sparfonds Bundesregierung schließt Steuerschlupfloch

Die neue Bundesregierung hat eine wichtige Hintertür für Steuersparer geschlossen. Rückwirkend zum 11. November sollen Verluste von Sparfonds nicht mehr mit Gewinnen aus anderen Einkünften verrechnet werden können.
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Berlin - In der zweiten Sitzung nach der Amtseinführung beschloss das Kabinett heute einen entsprechenden Vorschlag von Finanzminister Peer Steinbrück. Demnach sollen Anleger nach dem 10. November Verluste aus einem solchen Fonds nur noch mit Gewinnen innerhalb der gleichen Anlage verrechnen können. Bislang war es möglich, alle Verluste beim Fiskus geltend zu machen, um die Steuerlast auf andere Einkünfte zu mindern, etwa das Einkommen.

Neben Medienfonds sind auch verlustträchtige Schiffsbeteiligungen, New Energy Fonds, Leasingfonds, Wertpapierhandelsfonds und Videospiel-Fonds im Visier Steinbrücks. Diese sogenannten geschlossenen Fonds boten Anlegern bisher typischerweise Anfangsverluste von 100 Prozent.

Experten schätzen, dass in den vergangenen Jahren rund 15 Milliarden Euro allein von deutschen Medienfonds in US-Filmfabriken flossen. Dem deutschen Fiskus entgingen so mehr als sieben Milliarden Euro Steuereinnahmen. In Hollywood gilt das Fondsgeld als "stupid German money", da oft Flops finanziert werden und die US-Partner kräftig abkassieren. Der Film "Aviator" mit Leonardo DiCaprio wurde unter anderem mit dem Geld deutscher Anleger finanziert.

Das Vorhaben, das am 10. November von der rot-grünen Regierung beschlossen werden sollte, war zunächst gescheitert, weil der damalige Bundesumweltminister Jürgen Trittin seine Zustimmung verweigerte.

Durch die Rückwirkung zum 10. November will die Bundesregierung verhindern, dass es zu einem großen Jahresschluss-Geschäft mit den Steuersparfonds kommt. Bisher waren auch Stichtage Ende November oder der Jahresschluss 2005 im Gespräch.