Sparforderung: Bahn will Arbeitskosten senken - DER SPIEGEL
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Sparforderung Bahn will Arbeitskosten senken

DaimlerChrysler und Siemens haben ihre Belegschaften bereits zu millionenschweren Zugeständnissen gezwungen, die Verhandlungen bei Volkswagen sind in vollem Gange. Jetzt nutzt die Deutschen Bahn das nahende Ende ihres Beschäftigungsbündnisses, um ihre Forderungen auf den Tisch zu legen. "Unannehmbar", sagen die Bahnmitarbeiter.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt am Main - Ein Missverständnis steht nicht zu befürchten. Im Prinzip wissen alle Beteiligten, um was es geht, nur formulieren sie es aus unterschiedlicher Perspektive. Während Bahnchef Hartmut Mehdorn wettbewerbsfähige Beschäftigungsbedingungen durch Reduzierung der Arbeitskosten um zehn Prozent forderte, sprechen Gewerkschaft der Bahnarbeiter, Lokführergewerkschaft und Transnet von Plänen zu einer Absenkung der Einkommen der Beschäftigten um zehn Prozent.

Natürlich bedeutet das noch lange nicht, dass deshalb eine Einigung in Sicht wäre. Ein Spitzengespräch zwischen dem Vorstand der Deutschen Bahn und den Unterhändlern der Gewerkschaften brachte denn auch keinerlei Annährung. Die Arbeitgeberseite habe "unangemessene, überzogene, unverständliche" Forderungen vorgelegt, hieß es von Seiten der Arbeitnehmervertreter.

Ganz anders beschrieb der Bahnvorstand die Gespräche. Die Atmosphäre sei sachlich und konstruktiv gewesen, man habe mit der Einigung über das weitere Vorgehen die Basis für weitere Gespräche gelegt. Konkrete Verhandlungen sollen nun am 1. November stattfinden.

Bis dahin müssen die Verhandlungspartner noch einiges an Wegstrecke zurücklegen. Denn die Reduzierung der Arbeitskosten ist nicht der einzige Konfliktpunkt. Nach Angaben der Gewerkschaften wollen die Arbeitgeber überdies nur bis 2008 auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten.

"Sollten die Arbeitgeber bei ihrer Linie bleiben, provozieren sie einen Konflikt mit ihren Beschäftigten", erklärten die Vorsitzenden von Transnet und GDBA, Norbert Hansen und Klaus-Dieter Hommel. Transnet und GDBA warnten die Unternehmensführung, "Einkommen und Arbeitsplatzsicherheit gegeneinander auszuspielen". Auch sollte der Konzern nicht auf Zeit spielen. Das derzeitige Beschäftigungsbündnis läuft Ende des Jahres aus.

Mehdorn zeigte sich allerdings unter bestimmten Voraussetzungen kompromissbereit: "Wir können uns eine Verlängerung unseres Beschäftigungsbündnisses bis über 2008 hinaus vorstellen", sagte er nach dem Gespräch. Es müsse aber auch über die tariflichen Rahmenbedingungen verhandelt werden. "Denn nur wettbewerbsfähige Beschäftigungsbedingungen machen die Verlängerung des Beschäftigungsbündnisses wirtschaftlich vertretbar", betonte er.