Sparkurs: Boeing-Manager müssen Linie fliegen - DER SPIEGEL
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Sparkurs Boeing-Manager müssen Linie fliegen

Boeing-Vorstandschef Harry Stonecipher will Schluss machen mit der Verschwendung von Firmengeldern, die unter seinem Vorgänger Phil Condit eingerissen sei. Als erstes müssen Mitarbeiter auf Flüge mit firmeneigenen Flugzeugen und Hubschraubern verzichten.
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Seattle - Zig Millionen Dollar will der ehemalige Vizechef des Unternehmens so einsparen und die Mitarbeiter disziplinieren. "Einige Leute kennen den Unterschied zwischen einem Meeting und einer Party nicht", sagte Stonecipher. Sie würden sehen, dass ein neuer Chef an Bord sei, der "seinen Wagen selber zur Arbeit fährt". Nach dem Rücktritt seines Vorgängers und ehemaligen Chefs Phil Condit im vergangenen Dezember wurde Stonecipher aus dem Ruhestand geholt, um den angeschlagenen Luft- und Raumfahrtkonzern aus der Krise zu holen.

Als erstes habe er sich eine Aufstellung aller Kosten geben lassen, sagte Stonecipher. Er könne ein Blatt mit Zahlen nehmen und die schlechten sehr schnell aussortieren. Es ginge nicht darum gemein zu sein, sondern eine Firma zu leiten. "Wir sparen gerade eine verdammt große Summe Geld".

Sein Vorgänger Condit war für einen verschwenderischen Lebensstil bekannt, den er angeblich auch bei Boeing eingeführt hat. Stonecipher sagte, er habe in den vergangenen drei Monaten versucht, den Ruf von Boeing in den USA und im Ausland wieder herzustellen.

Der 67-jährige soll nur zwei bis drei Jahre an der Spitze des weltgrößten Luftfahrtkonzerns stehen. Bis dahin will er für das Unternehmen noch Milliardenaufträge an Land ziehen und dem europäischen Unternehmen Airbus die Marktführung wieder abnehmen. Er stellte beispielsweise in Aussicht, dem Konkurrenzunternehmen Airbus einen Auftrag der britischen Regierung wieder abzunehmen. Dabei geht es um eine Bestellung von Tankflugzeugen für die britische Luftwaffe im Wert von mehr als 19 Milliarden Euro.