Sparmaßnahme: Telekom streicht offenbar Dividende - DER SPIEGEL
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Sparmaßnahme Telekom streicht offenbar Dividende

Aktionären der Deutschen Telekom steht möglicherweise ein neuer Schock ins Haus. Aufsichtsratskreisen zufolge will das hoch verschuldete Unternehmen in diesem Jahr keine Dividende zahlen.
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Um Geld zu sparen, werde auf die Ausschüttung verzichtet, so die Kreise. Ein Telekomsprecher lehnte einen Kommentar ab. Durch die Streichung könnte die Telekom etwa 1,5 Milliarden Euro sparen. Bereits vor einigen Wochen hatte das Unternehmen angedeutet, dass die Dividende stark gekürzt werden könnte.

Die Telekom   will ihre Verschuldung von zuletzt 64,2 Milliarden Euro bis Jahresende 2003 deutlich reduzieren und strebt eine Marke von 50 Milliarden Euro durch Beteiligungsverkäufe und Einsparungen an. Für das vergangene Geschäftsjahr hatte die Telekom nach dem geplatzten Verkauf ihres TV-Kabelnetzes für 5,5 Milliarden Euro bereits ihre Dividende auf 0,37 Euro von zuvor 0,61 Euro gekürzt.

Die Streichung rifft besonders den Großaktionär Bund, der 43 Prozent an der Telekom hält. Die Einnahmeausfälle für den Bund werden auf mehrere hundert Millionen Euro geschätzt. Von der Entscheidung sind auch etwa drei Millionen Kleinaktionäre betroffen.

Nach Angaben aus Branchenkreisen wird die Telekom am Donnerstag in ihrer Neun-Monats-Bilanz einen Rekordverlust von bis zu 28 Milliarden Euro ausweisen. Der Telekom-Aufsichtsrat kommt am Donnerstag in Bonn zusammen. Dort will das Gremium den Nachfolger für den im Juli zurückgetreten Ex-Vorstandschef Ron Sommer wählen.

Nach Einschätzung von Aktionärsschützern wird die Telekom noch für mehrere Jahre ein Restrukturierungsfall bleiben. Der neue Vorstandsvorsitzende werde keinen großen Handlungsspielraum haben. "Eine Vorwärtsstrategie ist nicht gefragt. Er muss die Telekom als Unternehmen sichern - egal, ob mit nationaler oder internationaler Ausrichtung", sagte der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Ulrich Hocker.