Sparpaket Wirbel um Dienstwagensteuer
Berlin - Trotz Widerstands der Automobilindustrie hält Finanzminister Hans Eichel an seinem Vorhaben fest, privat genutzte Dienstwagen stärker zu besteuern. Sein Ministerium dementierte am Dienstag einen Bericht des Berliner "Tagesspiegel", wonach Eichel den Plan aufgegeben habe, weil der Druck aus dem Kanzleramt und mehreren Bundesländern, darunter auch SPD-regierten, zu stark geworden sei. Der "Tagesspiegel" hatte sich auf Regierungskreise berufen. An der Meldung sei "absolut nichts dran", sagte Eichels Sprecher Jörg Müller.
Nach dem Willen Eichels sollten Besitzer privat genutzter Dienstwagen ab diesem Jahr pauschal 1,5 Prozent statt bisher 1,0 Prozent des Neuwertes als geldwerten Vorteil versteuern. Die höhere Dienstwagensteuer ist Bestandteil von Eichels Sparpaket.
Gegen die geplante Steuer hatte auch die Automobilindustrie mobil gemacht. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) rechnet bei einer Verwirklichung der Pläne mit einem Umsatzausfall von drei Milliarden Euro bei Autoherstellern und Zulieferern. Unter dem Strich würde die Steuer dem Staat also weniger Geld einbringen, als wenn die Steuer gar nicht erhoben würde.