Sparplan Bei Daimler droht weiterer Job-Abbau
Stuttgart - Schon als Mercedes bekannt gab, 8500 Stellen streichen zu wollen, war die Aufregung groß. Politiker äußerten ihre Missbilligung - und der Gesamtbetriebsrat nannte die Kürzung nicht nachvollziehbar.
Einem Bericht der "Stuttgarter Zeitung" zufolge könnte es aber für die Beschäftigten noch härter kommen: Das Kontrollgremium von DaimlerChrysler wolle noch heute den Vorschlag des Vorstandes besprechen, die Kosten durch weiteren Stellenabbau zu senken. Dies könnte darauf hinauslaufen, dass in den kommenden Jahren im Gesamtkonzern mehr Stellen wegfallen als die bisher genannten 8500. Die heutige Sitzung der Aufseher ist auch die letzte, bei der der scheidende Chef Jürgen Schrempp auftritt.
Daimler: Kein Thema / Insider: Lage ist ernst
Ein Unternehmenssprecher sagte der Zeitung zufolge, Pläne zu einem weiteren Personalabbau seien "absolut kein Thema". Betriebsratschef Erich Klemm wollte sich gegenüber dem Blatt nicht zur Aufsichtsratssitzung äußern. Die Zeitung schreibt jedoch, ihr sei die Existenz entsprechender Planungen von mehreren Quellen bestätigt worden. Die Lage sei "sehr, sehr ernst", zitiert das Blatt einen Insider.
Die Debatte im Aufsichtsrat dürfte also heute spannend werden - denn die Arbeitnehmerseite will weitere Einschnitte auf jeden Fall verhindern. Wird dennoch eine neue Sparrunde beschlossen, dürfte neben ausländische Standorten auch die Nutzfahrzeugsparte, also die Herstellung von Lkw und Bussen, betroffen sein. Bisher waren die Job-Streichungen bei DaimlerChrysler auf die deutschen Standorte der Mercedes Car Group beschränkt, der Bereich Nutzfahrzeuge war ganz verschont geblieben.
Der Stellenabbau bei Mercedes ist in diesem Herbst zunächst schleppend angelaufen. Die jetzigen Planungen des Vorstands beziehen sich laut "Stuttgarter Zeitung" auf den Planungszeitraum 2006 bis 2008. Entlassungen sind allerdings ausgeschlossen - das sieht der im vergangenen Jahr abgeschlossene Vertrag "Zukunftssicherung 2012" vor.
Die Mercedes Car Group mit den Marken Mercedes-Benz, Smart und Maybach hat in Deutschland nach aktuellem Stand knapp 94.000 Beschäftigte, weltweit sind es 106.000. Der gesamte Konzern DaimlerChrysler kommt weltweit auf rund 385.000 Beschäftigte.