Sparplan: VW-Mitarbeiter sollen nach Leistung bezahlt werden - DER SPIEGEL
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Sparplan VW-Mitarbeiter sollen nach Leistung bezahlt werden

Bei der Volkswagen-Kernmarke VW soll bald nach Leistung bezahlt werden. Personalchef Horst Neumann kündigte in einem Interview an, die Mitarbeitern sollten künftig weniger Lohn erhalten. Bei guten Ergebnissen soll es dafür Gewinnbeteiligungen geben.
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Wolfsburg - "Ein Unternehmen, das kein Geld verdient, kann es sich nicht leisten, 20 Prozent über Flächentarif zu bezahlen", sagte VW-Personalchef Horst Neumann der Branchenzeitung "Automobilwoche". Dagegen sei für den einzelnen Mitarbeiter eine Prämie von rund 1500 Euro schon eine Menge Geld. Die Löhne sollten bei der Kernmarke VW deshalb sinken und nach dem Vorbild der Schwestermarke Audi bei guten Unternehmensergebnissen durch Gewinnbeteiligungen aufgestockt werden.

Obwohl die Marke VW nur knapp schwarze Zahlen schreibt, verdienen die 100.000 VW-Mitarbeiter dem Blatt zufolge deutlich mehr als ihre Kollegen der profitablen Marke Audi. Bei Audi wird eine zweistufige Mitarbeiter-Erfolgsbeteiligung ausgezahlt. In diesem Jahr bekommen die rund 45.000 Audi-Mitarbeiter in Deutschland 21,7 Millionen Euro Gewinnbeteiligung und 72,6 Millionen Euro Erfolgsbonus. Beides zusammen macht im Schnitt mehr als 2000 Euro pro Mitarbeiter aus.

Neumann kündigte auch Änderungen bei den Arbeitszeiten an. "Ich sehe beim Thema Arbeitszeit viel mehr Spielraum für Differenzierung", sagte er. Für Schichtarbeiter sollten kürzere Arbeitszeiten gelten als für Mitarbeiter im Büro. Bisher wird bei VW wegen der Vier-Tage-Woche nur 28,8 Stunden pro Woche gearbeitet. Die verkürzte Arbeitszeit gilt für die Beschäftigten in der Montage genauso wie für die Ingenieure in der Entwicklungsabteilung. Ein solches Modell könne sich VW nicht mehr leisten, sagte Neumann.

Bereits vor wenigen Wochen hatte VW-Chef Bernd Pischtesrieder eine grundlegende Umstrukturierung des Konzerns angekündigt, ohne sich allerdings zu Einzelmaßnahmen zu äußern. Mehrere Medien berichteten anschließend, den deutschen VW-Arbeitern drohten Lohnkürzungen um bis zu 20 Prozent. Nach den Plänen von Pischetsrieder sollten künftig alle Beschäftigten unter den Bedingungen der Konzerntochter Auto 5000 arbeiten. Das wolle Pischetsrieder gemeinsam mit Markenvorstand Wolfgang Bernhard bei den bevorstehenden Verhandlungen mit Betriebsrat und IG Metall erreichen.

Die Mitarbeiter von Auto 5000, die derzeit etwa den VW Touran produzieren, bekommen keine Pausenzeiten bezahlt, müssen kostenlos Produktionsmängel nachbessern und bis zu 42 Stunden pro Woche arbeiten. Mit knapp 2600 Euro verdienen sie dabei genau so viel wie ihre nach dem Haustarif bezahlten Kollegen, die lediglich 28,8 Stunden pro Woche arbeiten müssen.

ase/ddp