Sparprogramm: Dell will seine Fabriken verkaufen - DER SPIEGEL
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Sparprogramm Dell will seine Fabriken verkaufen

Rigider Sparkurs: Der Computerhersteller Dell will sich laut "Wall Street Journal" von Fabriken trennen - unter Umständen sogar von allen. Einige Werke könnten dem Bericht zufolge sogar geschlossen werden.
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Hamburg - Dell will Fabriken loswerden - und zwar möglichst viele, schreibt das "Wall Street Journal". Die Nummer zwei im PC-Markt habe in den vergangenen Monaten vornehmlich asiatische Hersteller kontaktiert, um über einen Verkauf zu sprechen, berichtet das Blatt unter Berufung auf unterrichtete Personen. Dabei gehe es um die meisten oder sogar alle Werke. Einige Standorte könnten demnach auch geschlossen werden. Der US-Konzern befindet sich seit der Rückkehr des Firmengründers Michael Dell im Januar 2007 in einem radikalen Umbau und fährt einen rigiden Sparkurs.

Den Plänen zufolge würde das US-Unternehmen seine Computer bei dem neuen Besitzer weiterhin fertigen lassen, hieß es. Allerdings gebe es Hindernisse, etwa die hohen Löhne in den USA. Die Transaktion solle in den nächsten 18 Monaten erfolgen. Ein Dell-Sprecher wollte der Zeitung zufolge die Angaben nicht konkret kommentieren, sondern bezog sich auf eine frühere Mitteilung des Unternehmens. Demnach prüft Dell den Ausbau der bestehenden Partnerschaften bei der Produktion sowie mögliche weitere Auslagerungen.

Der Konzern hat Fabriken in mehreren US-Bundesstaaten, in Irland, China, Brasilien, Malaysia sowie seit vergangenem Jahr auch in Polen. Für den Hersteller aus dem texanischen Round Rock wäre ein Verkauf der Fabriken ein weiterer drastischer Einschnitt in das bisherige Geschäftsmodell. Die ursprüngliche Erfolgs-Idee von Michael Dell war, die Computer erst nach Eingang der Bestellung schnell in eigenen Fabriken zu fertigen. So konnten Lagerkosten und Überproduktion verhindert werden.

Die Fabriken sind aber vor allem auf die Montage stationärer Desktop-PCs zugeschnitten, während seit einigen Jahren Notebooks die Wachstumstreiber sind. Die mobilen Geräte sind schwieriger und mit höherem Arbeitsaufwand zu montieren. Vertragshersteller, die sich darauf spezialisieren, gelten daher als billiger. Dells Rivalen haben mittlerweile der Großteil ihrer Notebook-Produktion ausgelagert.

Dell hatte 2007 bereits das jahrelang verfolgte Prinzip des Direktvertriebs aufgeweicht und den Verkauf über den Fach- und Einzelhandel angestoßen. Bis dato konnten Kunden ihren Rechner nur per Telefon oder Internet bestellen.

Dell hielt im zweiten Quartal 2008 einen weltweiten Marktanteil von 15,6 Prozent, Hewlett-Packard führte die Rangliste laut dem Marktforscher Gartner mit 18,1 Prozent an. Der texanische Hersteller konnte zwar zuletzt aufgrund aggressiver Preispolitik an Boden gutmachen, bezahlte diese jedoch mit sinkenden Gewinnen. Im zweiten Geschäftsquartal fiel der Überschuss im Jahresvergleich um 17 Prozent auf 616 Millionen Dollar.

ase/dpa