Sparprogramm Hertie will 19 Warenhäuser schließen
Essen - Von der Arbeitsplatzstreichung betroffen sind 650 der derzeit noch rund 3400 Mitarbeiter des Unternehmens. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur dpa am Dienstag aus gut informierten Kreisen. Schwerpunkt der Schließungen ist Nordrhein-Westfalen. Dort sollen allein zwölf Warenhäuser geschlossen werden. Am Mittwoch will der Insolvenzverwalter in Essen bekanntgeben, welche Standorte der Warenhauskette erhalten bleiben und welche geschlossen werden.
Die Schließungen sollen voraussichtlich bis Ende März abgewickelt werden. In der Essener Zentrale des Warenhausunternehmens werden nach den Informationen 30 von 125 Arbeitsplätzen gestrichen. Das Unternehmen hat die Beschäftigten für den Dienstagabend an allen 73 Standorten sowie in der Essener Zentrale zu Betriebsversammlungen eingeladen. Zu den Inhalten wollte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage keine Stellung nehmen.
Als Hertie 1993 vom Karstadt-Konzern übernommen wurde, unterhielt das Unternehmen 307 Warenhäuser und Fachgeschäfte sowie Beteiligungen an anderen Unternehmen. Nahezu alle Filialen wurden von Hertie in Karstadt umbenannt.
Im Sommer 2005 verkaufte KarstadtQuelle 74 kleinere Warenhäuser ("Karstadt Kompakt") an britische Finanzinvestoren. Diese suchten für die Kette den traditionsreichen Namen Hertie aus. Derzeit werden 73 Standorte betrieben. Ende Juli 2008 hatte Hertie aufgrund von Finanzproblemen des damaligen britischen Haupteigentümers Dawnay Day Insolvenz angemeldet. Der Insolvenzverwalter Biner Bähr sucht seitdem nach einem Investor für den Kern des Unternehmens.