Sparprogramm: Infineon streicht 2000 Stellen in Deutschland - DER SPIEGEL
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Sparprogramm Infineon streicht 2000 Stellen in Deutschland

Infineon-Beschäftigte in Deutschland müssen bangen: Der krisengeschüttelte Halbleiterhersteller will 2000 Stellen in Deutschland streichen - und schließt auch betriebsbedingte Kündigungen nicht aus.
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München - Infineon muss sparen: "Ich kann betriebsbedingte Kündigungen an manchen Standorten nicht ausschließen", sagte Konzern-Chef Peter Bauer. Um rund 200 Millionen Euro will er die Kosten des gebeutelten Halbleiter-Herstellers drücken.

Deshalb baut der Konzern jeden zehnten Arbeitsplatz ab - weltweit fallen 3000 Stellen weg, davon 2000 in Deutschland. In den Werken in Regensburg und Dresden arbeitet rund ein Drittel der weltweit 30.000 Beschäftigten. Der Stellenabbau ist laut Bauer "unvermeidlich" und betrifft alle Standorte, Funktionen und Hierarchieebenen.

Die Einschnitte sind Teil des Restrukturierungsprogramms IFX 10+. Bereits im vierten Quartal soll das Programm voll greifen.

Infineon   steckt seit geraumer Zeit in der Krise: Im dritten Quartal des Geschäftsjahrs 2007/08 hatte das Unternehmen weitere 411 Millionen Euro auf seine Speicherchip-Tochter Qimonda abgeschrieben. Der Konzernverlust reduzierte sich zwar von 1,371 Milliarden Euro im Vorquartal auf 592 Millionen Euro, an der Börse war jedoch mit einer deutlicheren Erholung gerechnet worden.

Auch für die kommenden Monate sieht es eher düster aus. Infineon stellte klar, "dass die Marktrisiken generell eher steigen und dass die anhaltende Schwäche des US-Dollars gegenüber dem Euro den normalen Preisverfall in den Absatzmärkten verstärkt".

Qimonda hatte am gestrigen Donnerstag aufgrund der anhaltend niedrigen Preise für Speicherchips den fünften Quartalsverlust in Folge vermeldet. Von der Tochter will sich Infineon deshalb so bald wie möglich trennen. Spätestens zur Hauptversammlung Anfang kommenden Jahres will Bauer das 77,5-Prozent-Paket auf einen Minderheitsanteil reduziert haben. Findet sich kein Käufer, will er die Beteiligung als Sachdividende an die Aktionäre verschenken oder gegen eigene Aktien eintauschen.

cvk/Reuters/ddp/dpa/AP