Sparprogramm: Siemens opfert Prager Werk - deutsche Standorte gerettet - DER SPIEGEL
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Sparprogramm Siemens opfert Prager Werk - deutsche Standorte gerettet

In Deutschland fallen 5250 Arbeitsplätze weg, aber die Standorte bleiben erhalten: Siemens hat erstmals Details zu seinem geplanten Sparprogramm bekanntgegeben. Hart trifft es die Mitarbeiter in Tschechien.
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Erlangen - Der Technologiekonzern Siemens opfert beim anstehenden Stellenabbau sein Bahnwerk in Prag. Dafür bleiben alle deutschen und österreichischen Standorte der Verkehrstechniksparte erhalten. Allerdings müssen auch sie Einschnitte hinnehmen. "Bei der notwendigen Neuordnung werden Überkapazitäten in unseren Werken wegfallen", sagte Spartenchef Hans-Jörg Grundmann in Erlangen.

Der Konzernteil hat den offiziellen Namen "Mobility". Siemens will die Sparte langfristig wettbewerbsfähig machen. In der Vergangenheit war die Sparte immer wieder negativ aufgefallen. So hatte sie im zweiten Geschäftsquartal insbesondere wegen andauernder Reparaturarbeiten an der fehlkonstruierten Straßenbahn Combino einen Verlust von 153 Millionen Euro eingefahren.

Daraufhin hatte die Konzernspitze das Sparprogramm "Mobility in Motion" verordnet. In dem Zusammenhang fallen in Produktion und Konstruktion 1800 Arbeitsplätze weg. Hinzu kommen weitere 700 in Verwaltung und Vertrieb.

Die Hauptlast des Stellenabbaus in der Fertigung trägt nun Prag mit seinen 950 Beschäftigten. Das Werk soll verkauft oder notfalls geschlossen werden. "Es gibt Interessenten vor Ort", sagte ein Konzernsprecher. "Die konkreten Gespräche fangen aber jetzt erst an." Bis zum September 2009 will Siemens sich von dem tschechischen Werk getrennt haben. Dort werden Regionalzüge und Zulieferteile für den ICE-Nachfolger Velaro hergestellt.

Die Produktion von Schienenfahrzeugen wird auf die verbleibenden Zugtechnikstandorte konzentriert: In Krefeld-Uerdingen werden Aluwagen hergestellt wie der Combino, in Wien Fahrzeuge aus Stahl und in München Lokomotiven. Kundennahe Fertigungen wie in Sacramento sollen ebenfalls erhalten bleiben; von dort aus beliefert der Konzern den wachsenden Nahverkehrsmarkt in den USA mit Straßenbahnen. Zulieferteile kommen weiter aus Graz.

Trotz des Zuschlags für die Alufertigung muss hierzulande vor allem Krefeld-Uerdingen unter dem Stellenabbau leiden. Dort werden 220 der 2000 Arbeitsplätze in der Fertigung abgebaut. Die weiteren 630 in Deutschland und Österreich wegfallenden Stellen im Produktion und Konstruktion verteilen sich auf Braunschweig, Nürnberg, Erlangen, Berlin, Offenbach, Konstanz, Düsseldorf, Wien und Graz. Einzig München bleibt verschont. "Das Werk ist voll ausgelastet", begründete dies der Siemens-Sprecher.

Insgesamt hat Siemens in den genannten Werken gut 12.400 Stellen. Außer Zügen und Straßenbahnen fertigen die Mitarbeiter unter anderem Ampelanlagen und Gepäckfördersysteme für Flughäfen.

Konzernweit will Siemens im Zuge seines Sparprogramms 16.750 der mehr als 400.000 Stellen abbauen, 5250 davon in Deutschland. Mit den deutschen Arbeitnehmervertretern hat sich Siemens am Dienstag darauf verständigt, auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten und vorerst alle Werke zu erhalten.

wal/dpa

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