Sparprogramm Telekom baut erneut 3000 Stellen ab
Düsseldorf - Der Weg für einen weiteren Stellenabbau bei der Telekom -Großkundensparte T-Systems ist frei. Der Konzern einigte sich mit Arbeitnehmervertreten, die Zahl der Beschäftigten bis zum Jahr 2010 um 3000 zu reduzieren. Im Gegenzug sagte die Telekom zu, den Abbau so sozialverträglich wie möglich zu gestalten. Für die verbleibenden Mitarbeiter soll zudem ein Kündigungsschutz bis Mitte 2012 gelten.
"Unser Ziel war es, die internationale Wettbewerbsfähigkeit von T-Systems zu verbessern und damit Arbeitsplätze auch mittelfristig zu erhalten", sagte T-Systems-Personalchef Matthias Schuster am Mittwoch. Zu den Kosten des Abbauprogramms wollte er sich nicht äußern. Es seien aber bereits Rückstellungen gebildet worden.
Gesamtbetriebsratschef Hans-Jürgen Kallmeier betonte, die Arbeitnehmer hätten sich mit der Forderung nach einem "freiwilligen Abbauprogramm" durchgesetzt. Ziel sei es gewesen, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden. Die Gewerkschaft Verdi bezeichnete die Einigung zum Kündigungsschutz als "in der IT-Branche bisher einmalig".
T-Systems kämpft seit Jahren mit sinkenden Umsätzen vor allem in Deutschland und hat schon tausende Stellen abgebaut. Allein in diesem Jahr soll sich die Zahl der Arbeitsplätze in Deutschland von rund 27.000 auf 25.500 verringern. Allerdings kämen durch große Outsourcing-Aufträgen wie zuletzt von MAN und Linde gleichzeitig neue Mitarbeiter hinzu, hieß es bei T-Systems. Im Ausland steht T-Systems deutlich besser da. Nach der heutigen Rechnung könnte es sein, dass dort im kommenden Jahr 2000 Stellen aufgebaut werden je nach Auftragslage, sagte Schuster.
Die Vereinbarung sieht ein Bündel von Maßnahmen von der Hilfe bei der Suche nach neuen Stellen über ein Abfindungsprogramm bis zu Vorruhestandsregelungen und Altersteilzeitplänen vor. Ende 2009 soll überprüft werden, ob die Hilfen wirken. Haben die betroffenen Mitarbeiter bis dahin keine neue Stellen gefunden, können sie in eine Transfergesellschaft wechseln.