Sparprogramm Telekoms wollen UMTS-Sendemasten teilen
Einsparungen von 20 bis 40 Prozent seien zu erwarten, wenn die Konzerne mit der Konkurrenz zusammenarbeiten. Das erklärte ein Mobilfunk-Manager in der Montagsausgabe des "Handelsblatts". Bei Netz-Aufbaukosten von rund fünf Milliarden Euro könnten so bis zu zwei Milliarden gespart werden.
Es sei unsinnig, bis "in den letzten Winkel des Landes hinein sechs Netze auszurollen". Vor allem in ländlichen Gebieten würde sich die Kooperation lohnen. Die Betreiber könnten gemeinsam Funkstationen betreiben. Erst wenn diese Kapazitäten nicht mehr ausreichten, müssten eigene Stationen gebaut werden. So ließen sich die Ausgaben strecken, erklärte Nigel Deighton, Analyst bei Gartner Group.
Mit der Regulierungsbehörde laufen derzeit Gespräche, wie die Zusammenarbeit aussehen könnte, ohne die Lizenzauflagen zu verletzen. Demnach seien zwar gemeinsame Antennen und teilweise auch die Nutzung fremder Netze gestattet, doch dürften die Wettbewerber dadurch nicht in zu große Abhängigkeit voneinander geraten. Da noch unklar ist, wie die Auflagen ausgelegt werden, schweigen die Beteiligten bislang über konkrete Pläne.
Die Regulierungsbehörde sei grundsätzlich "offen für jede Idee", um die UMTS-Technik schnell einzuführen, sagte deren Präsident Matthias Kurth. Genau das bezweifeln aber einige Handy-Hersteller und Netzausrüster. Das UMTS-Massengeschäft werde später als erwartet anlaufen, heißt es etwa bei Ericsson hinter vorgehaltener Hand. Grund sei die verzögerte Markteinführung des GPRS-Standards. Ericsson will noch in dem laufenden Quartal die ersten GPRS-Handys ausliefern. Bei Siemens rechnet man mit einem Verkaufsbeginn in der zweiten Jahreshälfte.
Nokia will die ersten UMTS-Handys erst im dritten Quartal 2002 auf den Markt bringen. Dieser späte Termin hatte die Anleger enttäuscht und den jüngsten Kursrutsch der Nokia-Aktie verursacht. Mit einem Massenmarkt für UMTS sei erst im Jahr 2005 zu rechnen, heißt es bei Alcatel. Berechnungen zufolge würden erstmals 2007 mehr UMTS-Handys als Mobiltelefone mit dem bisherigen Standard GSM verkaufen werden.