Sparprogramm: VW streicht Stellen in Brasilien - DER SPIEGEL
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Sparprogramm VW streicht Stellen in Brasilien

Volkswagen Brasilien will mit einer drastischen Senkung der Lohnkosten und einem Zurückfahren der Exporte in diesem und im nächsten Jahr den Gewinn steigern. Zunächst sollen massiv Stellen abgebaut werden.
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Sao Paulo - Von den rund 22.000 Jobs bei Volkswagen in Brasilien sollen knapp 5800 gestrichen werden. Gewerkschaftsvertreter erklärten in São Paulo, sie seien von der Geschäftsleitung über den geplanten Wegfall von 5773 Stellen informiert worden. Noch für dieses Jahr seien 3016 Stellen betroffen.

Die VW-Firmenleitung in Brasilien bestätigte, dass "mehrere tausend" Stellen gestrichen werden sollten.

Der Präsident von VW Brasilien, Hans-Christian Maergner, kündigte an, VW wolle in Brasilien mit einer drastischen Senkung der Lohnkosten und einem Zurückfahren der Exporte in diesem und dem nächsten Jahr den Gewinn steigern. Die Lohnkosten sollten um 25 Prozent gesenkt werden, was aber nicht bedeuten müsse, dass ein Viertel der Belegschaft entlassen werde. Konkrete Zahlen nannte Maergner nicht. Er wies lediglich darauf hin, dass VW die höchsten Lohnkosten von allen Autobauern in Brasilien habe.

Die Senkung der Ausfuhren von 264.000 Fahrzeugen im vergangenen Jahr auf 197.000 in diesem Jahr stellte der Konzern als Reaktion auf den starken Real dar, der die Produkte im Ausland verteuere. Der Real hat gegenüber dem Dollar in den vergangenen Monaten fast elf Prozent an Wert gewonnen. 2007 sollen die Exporte auf 156.000 Fahrzeuge gesenkt werden, sagte Maergner.

Die VW-Firmenleitung in Brasilien will einerseits die Lohnkosten auch für die zu erhaltenden Stellen senken, andererseits will sie Betriebsbereiche wie Sicherheit und Logistik auslagern. Volkswagen verfügt in Brasilien über fünf Werke. Die stärksten Stellenstreichungen sind in São Paulo geplant. Außerdem werde die Möglichkeit erwogen, eines der Werke zu schließen. "Unser Mutterhaus in Deutschland meint, dass wir hier in Brasilien eine Fabrik zu viel haben", sagte Maergner.

Bei einer Betriebsversammlung entschied die Belegschaft, vorerst keine Überstunden mehr zu leisten. Belegschaftsvertreter aus Brasilien sollen ab dem kommenden Montag mit ihren deutschen VW-Kollegen über das weitere Vorgehen beraten. Zu Jahresanfang war von 20.000 Stellen allein in Deutschland die Rede, die im Rahmen von Umstrukturierungen wegfallen könnten.

kaz/AFP/AP