Sparzwang US-Autobauer debattieren über Toilettenpause
Vergangene Woche war bekannt geworden, dass Ford in seiner Fabrik in Wayne künftig die Toilettenpausen seiner Mitarbeiter messen wird. Pro Schicht würden die Autowerker 48 Minuten in den Waschräumen verbringen. Zu lange, aus Sicht des Managements, das dadurch die Produktion beeinträchtigt sieht. Angesichts des harten Wettbewerbs sei es wichtig Risiken für Sicherheit, Qualität, Auslieferung, Kosten und Moral zu vermeiden, zitieren US-Zeitungen aus einem internen Memo.
Ford hatte im vergangenen Quartal hohe Verluste verbucht. Das Vorsteuerminus lag im Autogeschäft bei 1,3 Milliarden Dollar und war damit mehr als doppelt so hoch wie vor einem Jahr. Grund seien zu hohe Kosten und die Rabattschlachten. Selbst das traditionell starke Finanzgeschäft des Konzerns konnte diesen Mammut-Verlust mit einem Gewinn von 900 Millionen Dollar nicht ausgleichen.
Chrysler-Sprecher Vines wies daraufhin, dass japanische Hersteller ihren Angestellten in Amerika tatsächlich nur 30 Minuten im Waschraum zubilligen. Auch liege es auf der Hand, dass die Produktivität steige, je länger die Arbeiter am Band stehen. Dennoch will Chrysler keine Zeitmessungen nach Ford-Vorbild einführen. "Wir werden nicht mit Hilfe der Stoppuhr aus einem natürlichen Bedürfnis eine olympische Disziplin machen", erklärte Vines.