Sparzwang: US-Autobauer debattieren über Toilettenpause - DER SPIEGEL
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Sparzwang US-Autobauer debattieren über Toilettenpause

Angesichts hoher Verluste suchen amerikanische Autokonzerne nach Auswegen aus der Kostenkrise. Ein Hersteller misst nun die Zeit, die seine Angestellten auf der Toilette verbringen. Die Konkurrenz reagiert mit Kopfschütteln.
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New York - Chrysler-Sprecher Jason Vines zeigte sich in einem Web-Blog irritiert. Nein, erklärte er, sein Unternehmen werde nicht die Zeit messen, die Chrysler-Angestellte während der Arbeit auf der Toilette verbringen. Vines reagiert damit auf einen entsprechenden Vorstoß des Konkurrenten Ford  .

Vergangene Woche war bekannt geworden, dass Ford in seiner Fabrik in Wayne künftig die Toilettenpausen seiner Mitarbeiter messen wird. Pro Schicht würden die Autowerker 48 Minuten in den Waschräumen verbringen. Zu lange, aus Sicht des Managements, das dadurch die Produktion beeinträchtigt sieht. Angesichts des harten Wettbewerbs sei es wichtig Risiken für Sicherheit, Qualität, Auslieferung, Kosten und Moral zu vermeiden, zitieren US-Zeitungen aus einem internen Memo.

Ford hatte im vergangenen Quartal hohe Verluste verbucht. Das Vorsteuerminus lag im Autogeschäft bei 1,3 Milliarden Dollar und war damit mehr als doppelt so hoch wie vor einem Jahr. Grund seien zu hohe Kosten und die Rabattschlachten. Selbst das traditionell starke Finanzgeschäft des Konzerns konnte diesen Mammut-Verlust mit einem Gewinn von 900 Millionen Dollar nicht ausgleichen.

Chrysler-Sprecher Vines wies daraufhin, dass japanische Hersteller ihren Angestellten in Amerika tatsächlich nur 30 Minuten im Waschraum zubilligen. Auch liege es auf der Hand, dass die Produktivität steige, je länger die Arbeiter am Band stehen. Dennoch will Chrysler keine Zeitmessungen nach Ford-Vorbild einführen. "Wir werden nicht mit Hilfe der Stoppuhr aus einem natürlichen Bedürfnis eine olympische Disziplin machen", erklärte Vines.