SPD-Vorstoß für Fernpendler - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen
Zur Ausgabe
Artikel 32 / 100

SPD-Vorstoß für Fernpendler

• aus DER SPIEGEL 50/1981
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Finanzminister Hans Matthöfer geht an diesem Mittwoch mit einem heiklen Auftrag der SPD-Fraktion in die wöchentliche Kabinettsrunde der Bonner Koalition. Er soll bei den Freidemokraten darauf drängen, einer höheren Kilometerpauschale für Fernpendler zuzustimmen. Im Februar machten die Sozialdemokraten ihr Ja zur Erhöhung der Mineralölsteuer um sieben Pfennig pro Liter von Zugeständnissen bei der Kilometerpauschale abhängig: Die Bundesregierung sollte Erleichterungen für die rund zwölf Millionen Berufspendler nachschieben, die der Mineralölzuschlag besonders hart trifft. Zumindest sollte für jene 1,5 Millionen Arbeitnehmer, die weiter als 25 Kilometer zur Arbeit fahren, die jetzige Pauschale von 36 auf 50 Pfennig angehoben werden, forderte SPD-Finanzobmann Horst Gobrecht. Kosten für Bund, Länder und Gemeinden: rund 100 Millionen Mark. Der Finanzminister möchte allerdings lieber die Fernpendler über den Kostendruck veranlassen, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen und so Benzin zu sparen. Intern hat auch schon die FDP abgeklärt, daß sie den SPD-Plänen für eine Erhöhung der Kilometerpauschale nicht zustimmen wird. FDP-Finanzexpertin Ingrid Matthäus-Maier hält den Vorstoß der Genossen »in dieser Haushaltssituation für abwegig«.

Zur Ausgabe
Artikel 32 / 100