Speicher-Schwäche Philips spaltet Chipsparte ab
Amsterdam - "Wir haben gemerkt, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, um uns selbst mehr Flexibilität zu geben", sagte Frans van Houten, der Chef der Halbleitersparte. Als selbständige Einheit könne man besser auf Anforderungen des Marktes reagieren und habe so mehr Wachstumschancen. Das neue Unternehmen werde später wahrscheinlich verkauft, mutmaßen Branchenkenner.
Bislang produziert das Segment vor allem die Chips für elektronische Geräte von Philips - vom DVD-Player bis zu medizinischen Diagnosegeräten. Das neue Chip-Unternehmen würde zu den zehn weltweit größten Anbietern der Branche gehören. 2004 setzte die Sparte 5,5 Milliarden Euro um und machte einen Gewinn von 450 Millionen Euro.
Trotzdem war das Geschäft in den letzten zehn Jahren weniger erfolgreich als gehofft. "Wir merken, dass etwas mehr Größe in manchen Gebieten zu mehr Möglichkeiten und zu einer stärkeren Marktposition führen würde", sagte van Houten.
In den nächsten fünf Jahren sei eine Konsolidierung der Branche zu erwarten, hieß es aus dem Konzerns. Philips werde zunächst alle Kapitalanteile der neuen Gesellschaft halten.
Wie die Zukunft des Halbleiterherstellers genau aussieht, wollte der Konzern jedoch nicht kommentieren. Denkbar ist neben einem Verkauf auch ein Bündnis mit einem anderen Chip-Hersteller.