Spekulation ohne Risiko
Bei der Dollar-Spekulation von Trinkaus & Burkhardt kauft der Anleger zwei gekappte Optionsscheine, sogenannte Capped Warrants. Mit dem Call für 82,50 Mark setzt er auf steigende, mit dem Put für 73,75 Mark auf fallende Kurse. Die Spekulation ist auf den 21. Juni 1995 gelegt.
Steht an diesem Tag der Dollar auf mehr als 1,55 Mark, bringt der Call-Optionsschein Geld: Für jeden Pfennig über diesem Kurs zahlt die Bank 5 Mark. Der Spekulationsgewinn endet bei einer Grenze von 1,95 Mark, der Optionsschein ist »gekappt« - auf die maximal 40 Pfennig Kursgewinn erhält der Anleger 200 Mark.
Liegt der Dollar am 21. Juni 1995, wenn die Option ausgeübt wird, unter einem Kurs von 1,95, bringt der Put-Optionsschein Geld: Für jeden Pfennig unter diesem Kurs zahlt die Bank 5 Mark. Auch dieser Spekulationsgewinn ist auf 40 Pfennig begrenzt, der Anleger erhält nicht mehr als 200 Mark.
Die beiden gekappten Optionsscheine auf steigenden und fallenden Dollar ergänzen sich so, daß der Anleger mit seinem Einsatz von 156,25 Mark (am Ausgabetag) immer 200 Mark am 21. Juni 1995 erhält.
Ist an diesem Tag beispielsweise der Dollar auf einem Stand von 1,80 Mark, bringen Call und Put gleichzeitig Geld: Weil der Dollar dann um 25 Pfennig über dem Call-Basispreis von 1,55 Mark liegt, zahlt die Bank auf den Call eine Prämie von 125 Mark.
Gleichzeitig liegt ein Dollarkurs von 1,80 um 15 Pfennig unter dem Put-Basispreis von 1,95 - dafür erhält der Anleger 75 Mark, zusammen also 200 Mark. Bei einem Dollarkurs von 1,60 würde der Anleger 25 Mark für seinen Call, 175 Mark für seinen Put erhalten.
Mit dieser Konstruktion garantiert die Bank einen - steuerfreien - Kursgewinn, die vermeintliche Dollar-Spekulation ist mündelsicher: Mit seinem Einsatz von 156,25 Mark für die beiden Optionsscheine erzielt der Anleger immer einen Gewinn von 43,75 Mark. Das entspricht, bezogen auf die Laufzeit, einer Rendite von gut acht Prozent.
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__91b Dollarkurs: Gewinn auf Call/Gewinn auf Put (Capped Warrents)
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