Spekulationssteuer Experten befürchten Kapitalflucht
Frankfurt am Main - Die Flucht von Anlagekapital sei immer zu befürchten, wenn der Gesetzgeber in die Finanzmärkte eingreife, sagte Udo Behrenwaldt, Chef der größten deutschen Fondsgesellschaft DWS, der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Nach den Plänen der Bundesregierung unterliegen Aktiengewinne künftig immer der Einkommensteuer. Derzeit beteiligt sich der Fiskus nur dann, wenn die Wertpapiere innerhalb eines Jahres nach dem Kauf gewinnbringend abgestoßen werden.
Behrenwaldt nannte eine Ausweitung der Spekulationssteuer kontraproduktiv für die Wirtschaft. Auf der Basis der aktuellen Pläne erhalte die Bundesrepublik im internationalen Vergleich eine der härtesten und investorenfeindlichsten Regelungen. Er forderte eine Diskussion über Ausnahmetatbestände, etwa für die Altersvorsorge. Privatanlegern riet Behrenwaldt dazu, erst einmal abzuwarten. Wie die Steuer letztlich ausgestaltet werde, wisse zur Zeit noch niemand.