SPIEGEL exklusiv: Bahn verprellt Großkunden - DER SPIEGEL
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SPIEGEL exklusiv Bahn verprellt Großkunden

Die Deutsche Bahn wird ihr neues Trassenpreis-System mit Verspätung einführen. Großkunden und Wettbewerber sind verärgert.
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Hamburg - Private Eisenbahnen müssen bislang für die Nutzung des Schienennetzes oftmals deutlich mehr bezahlen als die DB-Transportgesellschaften. Diese Diskriminierung hatte das Bundeskartellamt kritisiert. Das neue Trassenpreis-System - angekündigt für den 1. Januar - wird die Bahn nun erst zum 1. April einführen.

Vor allem die Verkehrsverbünde, die bei der Bahn S-Bahn- und Regionalverkehre einkaufen, sind nun verärgert: "Eine sorgfältige Haushaltsplanung ist unseren Mitgliedern somit nicht möglich", schreibt Uwe Stindt, Chef Bundesarbeitsgemeinschaft der Aufgabenträger des Schienenpersonennahverkehrs (BAG-SPNV), an den Vorstandsvorsitzenden der DB Netz, Roland Heinisch.

Stindt, der auch den Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg leitet, fordert bei der Bahn eine "konstruktive Zusammenarbeit" ein. "Leider", so der Brief vom 13.12., "beweist die tägliche Arbeit das Gegenteil". So sagte DB-Netz-Vorstand Dagmar Haase Beratungen über die Trassenpreise mit den wichtigen Nahverkehrsmanagern, die bei der Bahn Leistungen über vier Milliarden Mark beziehen, am Vorabend des für den 7.12. in Stuttgart geplanten Treffens kurzfristig ab. "25 Geschäftsführer und Abteilungsleiter von Aufgabenträgern des SPNV", beschwert sich Stint, "sind teilweise nur für diesen Vortrag aus dem ganzen Bundesgebiet angereist".

Ein Sprecher der Deutschen Bahn bestätigt die verspätete Einführung des neuen Trassenpreissystems. Die Bahn brauche mehr Zeit, um neue Vorgaben der Europäischen Union zu erfüllen.