Spielwaren-Branche Potter zaubert Milliardenumsatz
Nürnberg - Nach dem Verlags- und der Kinobranche wolle die Spielzeugindustrie zum dritten großen Nutznießer der Potter-Manie werden, erklärten führende Unternehmensvertreter bei einem Treffen, das der Vorbereitung der Nürnberger Spielwarenmesse dient.
Die 300 lizenzierten Vermarktungsunternehmen schätzen, dass sie rund eine Milliarde Dollar mit Potter-Spielzeug umsetzen können. Allein Lego schickte schon im November elf Sets mit dem Hogwarts-Schloss, der Hagrid-Hütte und dem sprechenden Hut auf den Markt. Auch in Computerspielen treten Harry und Konsorten bereits auf. Die Marktforscherin Brigitte Melzer-Lena prognostiziert angesichts dieser Entwicklung: "Der Boom der Merchandising-Figuren wie Diddl, Pokémon und jetzt Harry Potter wird anhalten."
Die deutsche Spielwarenbranche bezifferte ihren Gesamtumsatz für das vergangene Jahr auf sechs Milliarden Mark. Dieses Niveau wird sich nur halten können, wenn Zauberlehrling Potter das anstehende Weihnachtsgeschäft rettet. Denn nach einer Umfrage des Bundesverbands des Spielwaren-Einzelhandels mussten 40 Prozent der Fachhändler in den ersten neun Monaten des Jahres Umsatzeinbußen hinnehmen.
Stöhnen über die wirtschaftlichen Folgen der Terroranschläge in den USA ist in der Spielzeugbranche dagegen nicht zu hören. "Man merkt, dass den Menschen das Familienleben und damit auch das Spielen mit ihren Kindern wichtiger geworden ist", sagte Playmobil-Manager Thomas Günther.