Spionageverdacht Abhörwanzen in Klinik-Konzern entdeckt
Hamburg - Seltsamer Fund bei der Hamburger Asklepios-Klinik: Bei einer Inspektion in einem Büro der Geschäftsführung wurde in einem Telefon ein versteckter Sender gefunden. Das berichtet die "Hamburger Morgenpost" am Freitag. Eine Nachfolgeuntersuchung in weiteren Apparaten habe noch mehr Wanzen zutage gefördert.
Insgesamt fünf Apparate hätten "technische Auffälligkeiten" aufgewiesen, berichtet die Hamburger Zeitung unter Berufung auf Sprecher der Klinik und der Hamburger Staatsanwaltschaft. Betroffen seien mehrere Mitglieder der Geschäftsführung, dazu die Gesamtbetriebsratsvorsitzende und ein Pressesprecher.
Die Staatsanwaltschaft bestätigte, "wegen Verletzung der Vertraulichkeit" gegen Unbekannt zu ermitteln. Ob die Wanzen allerdings tatsächlich einsatzfähig waren, ob also tatsächlich Mitarbeiter der Klinik abgehört worden sein könnten, werde derzeit geprüft.
Das Tatmotiv ist noch weitgehend unklar. Laut "Morgenpost" könnte ein Konkurrent hinter dem mutmaßlichen Lauschangriff stecken. Aber auch interne Querelen könnten der Grund für die Maßnahme sein. Gegenüber SPIEGEL ONLINE stritt der Konzern diese Vorwürfe ab.
Der ehemalige Landesbetrieb Krankenhaus (LBK) ist seit seinem Verkauf vor fünf Jahren kaum zur Ruhe gekommen. Seit 2004 kamen und gingen bereits mehrere Geschäftsführer der Asklepios Kliniken Hamburg GmbH.