Spritpreise: Benzin 3 Cent günstiger – erster Rückgang nach Serie von Anstiegen - DER SPIEGEL
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Leichte Erholung Spritpreise sinken minimal – Benzin 3 Cent günstiger

Im bundesweiten Tagesdurchschnitt sind die Preise an den Tankstellen um ein paar Cent gesunken. Bei Diesel war es der erste Rückgang nach zwölf Anstiegen in Folge.
Fahrradfahrer vor Tankstelle: Die Spritpreise sind leicht gesunken
Fahrradfahrer vor Tankstelle: Die Spritpreise sind leicht gesunken

Fahrradfahrer vor Tankstelle: Die Spritpreise sind leicht gesunken

Foto: Michael Bihlmayer / CHROMORANGE / picture alliance

Zum ersten Mal seit fast zwei Wochen sind im bundesweiten Tagesdurchschnitt sowohl Superbenzin der Sorte E10 als auch Diesel deutlich billiger geworden. Der Preis für einen Liter E10 lag nach Daten des ADAC am Mittwoch im Schnitt bei 2,155 Euro, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet. Das waren 3,3 Cent weniger als am Vortag.

Bei Diesel ging es um 2,8 Cent auf 2,419 Euro nach unten, das war der erste Rückgang nach zwölf Anstiegen in Folge. Benzin hatte sich bereits am Dienstag minimal verbilligt.

Der Rückgang an der Zapfsäule folgt auf einen sehr viel stärkeren Absturz der Rohölpreise am Mittwoch, nachdem sich die Situation im Nahen Osten wegen einer fragilen Waffenruhe  etwas entspannt hatte. Experten gehen davon aus, dass es einige Zeit dauern kann, bis die Auswirkungen vollständig an den Tankstellen ankommen.

Auch aus früheren Krisen ist dieser sogenannte Rakete-und-Feder-Effekt bekannt: einem schnellen, starken Preisanstieg folgt ein nur langsamer Rückgang. Der Spielraum für Senkungen ist am Donnerstagmorgen allerdings zunächst wieder etwas kleiner geworden, da der Ölpreis wieder gestiegen ist.

Insgesamt ist Tanken derzeit sehr viel teurer als vor Kriegsausbruch. Bei E10 sind es rund 38 Cent mehr, bei Diesel etwa 67 Cent mehr. Bisherige Maßnahmen der Bundesregierung gegen die steigenden Spritpreise haben noch keine durchschlagende Wirkung gezeigt.

Benzinpreis stieg zuletzt deutlich schneller als bei Nachbarn

Im Gegenteil: Daten der EU-Kommission, die die Nachrichtenagentur dpa ausgewertet hat, zeigen, dass der Benzinpreis in Deutschland zuletzt deutlich schneller gestiegen ist als in den EU-Nachbarländern. Während sich Superbenzin hierzulande in der Woche vom 30. März bis zum 6. April um rund 11 Cent verteuerte, legte es in den Nachbarländern meist nur um einige Cent zu. Nur Dänemark erlebte mit etwa 9 Cent einen ähnlich starken Anstieg. In Polen und Österreich sanken die Preise sogar, dies ging aber auf staatliche Maßnahmen zurück.

Der Zeitraum umfasst damit auch mehrere Tage, an denen in Deutschland die neue Zwölf-Uhr-Regel galt, nach der Tankstellen die Preise nur noch einmal täglich zur Mittagszeit erhöhen dürfen. Sie dürfen sie aber jederzeit senken.

Kritiker des Konzepts, das sich am Vorbild Österreich orientiert, hatten bereits im Vorfeld Bedenken geäußert, dass es die Preise erhöhen statt senken könnte. Sie argumentierten, dass die Tankstellen beziehungsweise Mineralölkonzerne die Preise mittags »auf Vorrat« und damit besonders stark erhöhen würden, wenn das später nicht mehr möglich sei. Tatsächlich hat der ADAC gerade in den ersten Tagen teilweise Sprünge von mehr als 10 Cent im bundesweiten Durchschnitt festgestellt.

Ob der stärkere Anstieg in Deutschland tatsächlich mit der Zwölf-Uhr-Regel zusammenhängt, ist allerdings noch unklar. Auch zu Beginn des Krieges hatten die Daten der EU-Kommission in Deutschland zunächst einen besonders starken Anstieg gezeigt, der sich in den folgenden Wochen allerdings normalisierte.

Zudem zeigt sich der aktuelle Effekt nur bei Benzin. Der Dieselpreis ist im Beobachtungszeitraum zwar ebenfalls deutlich gestiegen, hier sticht Deutschland aber nicht aus der Gruppe der anderen Länder hervor, sofern man solche mit neu eingeführten Maßnahmen gegen die Spritpreise wie Polen und Österreich außen vor lässt.

Von welchen Faktoren es abhängt, ob die Spritpreise nun sinken, lesen Sie hier .

kko/dpa