Staatsanwaltschaft Landesbanker wuschen Drogen-Millionen
München - Wie die Staatsanwaltschaft München am Dienstag mitteilte, sollen die Banker Lire und Peseten im Wert von mindestens 14,5 Millionen Mark in Mark umgetauscht haben. Laut Anklage stammte das Geld aus dem Verkauf von 800 bis 900 Kilo Heroin in Italien und Spanien. Kuriere hätten das Geld zu einer Wechselstube in München und dann in Plastiktüten zur Landesbank gebracht.
Die zuständige Staatsanwältin Claudia Dahmen geht davon aus, dass die drei Angeklagten nicht böswillig, sondern nur fahrlässig handelten. Zuwendungen aus dem Drogen-Milieu hätten sie nicht erhalten. Wohl aber hätten die Banker frühzeitig Verdacht schöpfen müssen, so die Ermittlerin. Denn 73 Prozent der bei der Landesbank umgetauschten Lire und 86 Prozent der Peseten seien von der Wechselstube angeliefert worden.
Die Besitzer dieser Wechselstube wurden bereits verurteilt. Sie hatten das gewaschene Geld an Drogenbosse in der Türkei weitergeschickt. Insgesamt hatte die Wechselstube in einem Jahr rund 30 Millionen Mark bei der Landesbank getauscht. Mit Hilfe von Zeugen und Kassenbüchern könne die Staatsanwaltschaft beweisen, dass zumindest die Hälfte aus Drogengeschäften stammten, so die Ermittlerin.
Bei den Angeklagten handelt es sich um einen 63-jährigen Abteilungsleiter, einen Fachbereichsleiter und eine Leiterin des Referats Kassenwesen.