Staatsbank: Russen kaufen sich bei EADS ein - DER SPIEGEL
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Staatsbank Russen kaufen sich bei EADS ein

Bisher waren vor allem Deutschland, Frankreich und Spanien am europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS beteiligt. Jetzt sind auch fünf Prozent in russischer Hand: Einem Zeitungsbericht zufolge hat sich die staatliche russische Bank Wneschtorgbank diesen Anteil gesichert.
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Moskau - Die Wneschtorgbank hat einem Bericht der Moskauer Wirtschaftszeitung "Wedomosti" zufolge in den vergangenen Monaten einen Anteil von knapp fünf Prozent an dem europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS erworben. Das Aktienpaket der European Aeronautic Defence and Space Company, der Muttergesellschaft des Flugzeugbauers Airbus, habe etwa eine Milliarde Dollar (780 Millionen Euro) gekostet, heißt es heute in dem Bericht. Quellen bei Wneschtorgbank und EADS hätten das Geschäft bestätigt. Ein Sprecher von EADS wollte heute auf Anfrage aber keinen Kommentar abgeben.

Russische Regierungsvertreter sagten den Zeitungen zufolge, Moskau wolle mit dem Engagement langfristig auch Einfluss auf die Führung von EADS nehmen. Die Wneschtorgbank habe zum Einstieg den Kurssturz genutzt, der die EADS-Papiere in den vergangenen Monaten wegen des internen Streits und der Probleme beim Bau des Riesenflugzeugs A380 traf. Die europäische und die russische Luftfahrtindustrie sind bereits durch eine Reihe gemeinsamer Projekte verbunden.

Zu den Einflussmöglichkeiten von Aktionären auf den Kurs des Unternehmens verwies der EADS-Sprecher auf die Unternehmenssatzung ("Corporate Governance"). Danach können nur die Großaktionäre DaimlerChrysler und Sogeade sowie die spanische Sepi auf die Nominierung von Mitgliedern des Boards Einfluss nehmen. Die deutschen, französischen und spanischen Haupteigentümer hatten sich bei der Gründung der EADS im Jahr 2000 in einem Pakt auf diese Sonderrechte verständigt, um das Unternehmen gegen feindliche Übernahmeversuche zu sichern und um das Heft bei dem Luftfahrt- und Rüstungskonzern in der Hand zu behalten.

DaimlerChrysler und die Sogeade, in der die Aktien des französischen Staates (15 Prozent) und des privaten Medienkonzerns Lagardere (7,5 Prozent) gebündelt sind, halten derzeit je 22,5 Prozent an EADS, die Sepi zuletzt 5,5 Prozent. Die Sonderrechte würden allerdings auch im Falle eines niedrigeren Anteils bestehen bleiben und erst erlöschen, wenn der Anteil auf weniger als fünf Prozent sinkt. Die spanische Regierung hat indes zuletzt angekündigt, ihren Anteil auf zehn Prozent erhöhen zu wollen.

EADS expandiert derzeit in Russland, wo der europäische Konzern mit dem US-Flugzeugbauer Boeing um die Modernisierung der russischen Fluggesellschaft Aeroflot konkurriert. Russland plant derzeit, die Regeln für Auslandsinvestitionen in seinem Luftfahrtsektor zu lockern. EADS hat bereits seine Geschäftsbeziehungen zur russischen Luftfahrtindustrie ausgebaut: Russische Firmen bauen Airbus-Flugzeuge in Frachtmaschinen um. EADS hat zudem in diesem Jahr einen zehnprozentigen Anteil an dem russischen Kampfflugzeugbauer Irkut übernommen.

Heute bestätigte EADS zudem, dass der Konzern in den kommenden 15 Jahren zwei Milliarden Euro in Indien investieren wird. Die Summe solle für den Bau eines Technologie-Zentrums der Konzerntochter Airbus verwendet werden, teilte das Unternehmen heute in der indischen Hauptstadt Neu-Delhi mit.

kaz/dpa-AFX/Reuters/ddp

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