Staatsbank Ulrich Schröder wird neuer KfW-Chef
Berlin - Offiziell ist noch nichts, doch in Berliner Regierungskreisen gilt die Personalie als sicher: Neuer Chef der Staatsbank KfW wird der Vorstandsvorsitzende des nordrhein-westfälischen Förderinstituts NRW-Bank, Ulrich Schröder. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur von Insidern in Berlin.
Die Wahl sei auf Schröder gefallen, weil er im Umgang mit der Politik große Erfahrung habe und ein umsichtiger Manager sei. Er tritt die Nachfolge von Ingrid Matthäus-Maier an, die Anfang April als KfW-Chefin zurückgetreten war.
Der 56-jährige Schröder ist seit Gründung der NRW-Bank 2002 Vorstandsmitglied und seit Januar 2006 Vorstandschef. Der studierte Jurist und Betriebswirt ist verheiratet und hat drei Kinder. Nach seinem Studium und einer Promotion arbeitete er 1983 bei der Westdeutschen Landesbank Girozentrale und hatte danach verschiedene leitende Positionen im In- und Ausland inne.
Schröders wichtigste Aufgabe bei der KfW wird der Verkauf der IKB-Beteiligung sein, auf den sich die Politik geeinigt hatte. Die Mittelstandsbank IKB war in arge Bedrängnis geraten, nachdem sie sich am US-Immobilienmarkt im großen Stil verspekuliert hatte. Nur mit milliardenschwerer Staatshilfe konnte sie gerettet werden.
Matthäus-Maier hatte im April die Konsequenzen aus dem Debakel gezogen und war zurückgetreten. Den Sprecherposten gab die 62-Jährige sofort auf, im September verlässt sie den Vorstand dann ganz - aus "akuten gesundheitlichen Gründen".
Die KfW ist zu rund 43 Prozent an der IKB beteiligt. Mehrfach musste sie der Bank nach Ausbruch der internationalen Finanzkrise im Sommer vergangenen Jahres mit milliardenschweren Zusagen unter die Arme greifen. Dabei übernahm sie auch die Risiken aus den Zusagen der IKB an ihre umstritene Zweckgesellschaft "Rhineland Funding".
Durch die Stützungsmaßnahmen weist die KfW nun nach Angaben von Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU), der Vorsitzender des Verwaltungsrates ist, für 2007 selbst einen Verlust von 6,2 Milliarden Euro aus.
Die frühere SPD-Politikerin Matthäus-Maier hatte jegliche Verantwortung für die Probleme zurückgewiesen. Die Geschäfte der IKB mit zweitklassigen US-Immobilienkrediten waren bereits vor der Amtszeit von Matthäus-Maier begonnen worden.
wal/dpa-AFX