Stahlbranche: Wettbieten um Arcelor spitzt sich zu - DER SPIEGEL
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Stahlbranche Wettbieten um Arcelor spitzt sich zu

Die russische SeverStal hat ihr Angebot für den europäischen Stahlgiganten Arcelor kräftig nachgebessert, der Handel mit Arcelor-Aktien wurde heute in Erwartung einer Erklärung des Managements ausgesetzt. Branchenprimus Mittal sieht sein eigenes Angebot dennoch vorne.
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Hamburg - Im Tauziehen um den Luxemburger Stahlkocher Arcelor hat der britische Bewerber Mittal Steel, weltgrößter Stahlproduzent, heftige Kritik am verbesserten Angebot des Konkurrenten SeverStal geübt. "Es bleibt eine einseitige Transaktion, die Arcelor unterbewertet und ohne eine ordentliche Abstimmung der Aktionäre durchgepeitscht werden soll", sagte eine Sprecherin von Mittal heute.

SeverStal-Chef Alexej Mordaschow will entgegen seiner früheren Ankündigung im Tausch für seine Aktien eine Beteiligung von 25 Prozent statt 32 Prozent an dem fusionierten Unternehmen akzeptieren. Zudem will der Russe seine Beteiligung nicht über die Marke von 33,3 Prozent erhöhen. Durch die Zugeständnisse steigt der Wert des Gebots nach SeverStal-Angaben um zwei Milliarden Euro. Zudem besteht der Konzern nicht mehr auf die Einrichtung eines Strategie-Komitees, das von Mordaschow geleitet werden sollte. "Auch in seiner neuen Form verleiht der Vorschlag Herrn Mordaschow erhebliche Kontrolle, ohne dass die Aktionäre dafür eine Kontrollprämie erhalten", kritisierte dagegen die Mittal-Sprecherin.

Mit den Zugeständnissen reagierten die Russen auf die Kritik einiger Arcelor-Aktionäre, die einen Ausverkauf des in Luxemburg angesiedelten Stahlproduzenten befürchten. Mittal sieht sich derweil als der "attraktivere Partner" für Arcelor und seine Aktionäre. Derzeit laufen Gespräche zwischen Mittal und den Luxemburgern. Das Arcelor-Management hat bislang jedoch eine Fusion mit SeverStal favorisiert. Wichtige Aktionäre von Arcelor sind aber gegen das Vorhaben.

Die Aktien von Arcelor wurden heute angesichts einer erwarteten Erklärung des Arcelor-Managements vom Handel ausgesetzt. Das Führungsgremium war heute zusammengekommen, um über die neuen vorgeschlagenen Bedingungen einer Fusion mit SeverStal zu beraten. Frankreichs Börsenaufsicht hatte sich nach Angaben aus informierten Kreisen an Arcelor mit der Forderung gewandt, sich zu dem weiteren Vorgehen zu äußern und mehr Details zu der SeverStal-Offerte bekannt zu geben. Eine Entscheidung über die Offerten von Mittal und SeverStal soll am Sonntag getroffen werden, hieß es im Anschluss an das Treffen. 

Die Lage in dem Übernahme- und Abwehr-Plänen von Arcelor ist in den vergangenen Tagen zunehmend verworrener geworden. Ein Fonds-Manager nannte die sich seit fünf Monaten hinziehende Entwicklung eine "Seifen-Oper". Erst zu Wochenbeginn hatte Arcelor ein für heute geplantes Aktionärstreffen abgesagt. Dort sollte über einen Aktienrückkauf im Wert von 6,5 Milliarden Euro entschieden werden. Der Plan war als Anreiz für die Aktionäre von Arcelor gedacht, dem Werben von Mittal nicht nachzugeben.

kaz/dpa-AFX/Reuters