Standort Ostdeutschland Leipzig wird DHL-Luftkreuz
Berlin - Für die Verkündung der frohen Botschaft hatten die PR-Strategen von Post und Regierung den Tag des Mauerfalls ausgewählt. Schließlich war es endlich mal eine gute Nachricht aus dem Osten: Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) sagte am Dienstag in Berlin, durch die "sehr erfreuliche" Entscheidung der Post könnten bis zu 10.000 neue Stellen entstehen. Die Post dürfte an dem neuen Standort rund 300 Millionen Euro investieren und so direkt rund 3500 Stellen schaffen. Tausende von weiteren Arbeitsplätzen könnten dann im Umfeld des neuen Drehkreuzes zusätzlich entstehen.
Die Post hatte neben Leipzig und Vatry ursprünglich auch Brüssel als Standort für die Drehscheibe geprüft. Die Stadt war aber aufgrund eines Dauerstreits zwischen DHL und den regionalen Behörden um Nachtflüge aus dem Rennen geschieden. Brüssel soll künftig nur noch die Rolle eines regionalen Drehpunkts (Hub) spielen. Post-Vorstandsmitglied Peter Kruse hatte damals mit Blick auf Leipzig gesagt, für die Stadt spreche ein uneingeschränkter 24-Stunden-Betrieb. Zudem seien qualifizierte Arbeitskräfte verfügbar und es gebe eine nachhaltige Unterstützung durch Stadt, Land und Bund. Die EU-Kommission hatte bereits im April 70,8 Millionen Euro staatliche Beihilfen für den Standort Leipzig genehmigt.
Die Gewerkschaft Ver.di hatte DHL aufgefordert, ein Signal für den Standort Deutschland zu setzen und das Logistikzentrum am Flughafen Leipzig zu errichten. Eine solche Entscheidung könne mehrere tausend Arbeitsplätze bei DHL und Zulieferbetrieben entstehen lassen, hatte Ver.di-Bundesvorstandsmitglied Rolf Büttner betont. Konzernvorstand, Gewerkschaft und Politik sollten nun an einem Strang ziehen. Die Bundesregierung hatte sich ebenfalls für Leipzig stark gemacht.