Standort-Treue Ackermann lässt Citigroup abblitzen
New York - Der 59-jährige Josef Ackermann hat ein Angebot für den Chefposten des größten US-Finanzkonzerns Citigroup ausgeschlagen. Das berichtete die "Financial Times" heute in ihrer Online-Ausgabe. Die Zeitung berief sich dabei auf eine informierte Person. Der Schweizer in Diensten der Deutschen Bank habe die Offerte mit der Begründung abgelehnt, er sei nicht verfügbar. Charles Prince war als Chef der Citigroup zurückgetreten, weil die US-Bank im Zuge der Finanzkrise mehrere Milliarden Dollar abschreiben musste.
Die Deutsche Bank lehnte einen Kommentar zu dem Bericht der "Financial Times" ab. Ackermann hatte bereits Mitte November signalisiert, das Institut bis zum Ende seiner Amtszeit 2010 führen zu wollen. Auf die Frage nach einem möglichem Wechsel zur Citigroup oder zu Merrill Lynch hatte der Schweizer gesagt: "Ich bin gerne in Deutschland." Der Manager hatte darauf verwiesen, dass Deutschlands größte Bank auch in kritischen Zeiten zu ihm gestanden habe. Ackermann war im Zuge des Mannesmann-Prozesses stark unter Druck geraten.
Favorit für den Spitzenjob der Citigroup ist der "Financial Times" zufolge damit nun der gegenwärtig für die Investmentsparte des Konzerns zuständige Topmanager Vikram Pandit. Der
50-Jährige gilt auch in den US-Medien als heißer Kandidat für die
Nachfolge von Charles Prince. Pandit kam erst vor gut einem halben Jahr zur Citigroup. Er arbeitete früher als Investmentbanker bei Morgan Stanley.
kai/dpa/Reuters