Standortranking: Deutschland verlässt die Abstiegszone - DER SPIEGEL
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Standortranking Deutschland verlässt die Abstiegszone

Die Reformanstrengungen der vergangenen Jahre zeigen erste Erfolge - im Standortranking der wichtigsten Industrienationen hat Deutschland einige Plätze gutgemacht. Insgesamt reicht es dennoch nur für einen Platz im hinteren Viertel.
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Gütersloh - Im Aktivitätsindex des Internationalen Standort-Rankings der Bertelsmann-Stiftung hat sich Deutschland seit dem Jahr 2004 vom vorletzten Platz unter den 21 wichtigsten Industrienationen auf Rang 15 verbessert.

Grund für diesen Aufwärtstrend ist der Stiftung zufolge vor allem, dass die Erwerbsbeteiligung im Zuge der jüngsten Arbeitsmarktreformen inzwischen auf international beachtliche 78 Prozent gestiegen ist. "Zudem hat das lohnpolitische Augenmaß der Tarifparteien zu einer leichten Belebung am Arbeitsmarkt beigetragen", erklärte heute Vorstandsmitglied Johannes Meier bei der Vorstellung der Studie.

Auch die Beschäftigungssituation für Jugendliche stelle sich in Deutschland trotz zuletzt ungünstiger Tendenz relativ besser dar als in vielen anderen Ländern. So liegt die Arbeitslosenquote der 15- bis 24-Jährigen in Deutschland nur etwa vier Prozentpunkte über der Arbeitslosenquote der Gesamtbevölkerung.

Mit den Reformen der vergangenen Jahre sind nach Einschätzung der Bertelsmann Stiftung wesentliche Grundlagen für mehr Wachstum und Beschäftigung geschaffen worden. Allerdings liege die allgemeine Arbeitslosenquote weiterhin auf hohem Niveau, nur in Frankreich und Griechenland seien mehr Menschen ohne Beschäftigung.

Auch das Wachstumspotenzial hinke im internationalen Vergleich weiter hinterher. Dies habe dazu geführt, dass das Pro-Kopf-Einkommen mittlerweile in 15 der 21 Staaten höher sei als in Deutschland.

Trotz der derzeitigen konjunkturellen Besserung auf dem Arbeitsmarkt bleiben nach Angaben der Stiftung große strukturelle Herausforderungen, insbesondere bei der Arbeitsmarktintegration von Langzeitarbeitslosen und Geringqualifizierten. Nachdem die Hartz-Reformen im Wesentlichen zur Aktivierung Arbeitsloser beigetragen hätten, seien nun Reformen einzuleiten, die das Entstehen zusätzlicher Arbeitsplätze gerade im Niedriglohnbereich förderten.

"Wie internationale Studien zeigen, hat die Mehrzahl der Staaten, die in der Vergangenheit ihren Haushalt nachhaltig konsolidieren konnten, neben der Erhöhung von Steuern und Abgaben vor allem auf eine Senkung der staatlichen Ausgaben gesetzt", stellte Meier weiter fest. Die demographische Entwicklung und die strukturellen Defizite der sozialen Sicherung machten es auch in Deutschland erforderlich, Einsparpotenziale bei staatlichen Aufgaben entschlossener als bisher zu nutzen.

Das erstmals im Herbst 2004 veröffentlichte Internationale Standort-Ranking der Bertelsmann Stiftung vergleicht und bewertet die Entwicklung der 21 wichtigsten Industrienationen in den Bereichen Wachstum und Beschäftigung.

mik/AP/dpa-AFX