Starke Freundschaft - DER SPIEGEL
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AFFÄREN Starke Freundschaft

• aus DER SPIEGEL 35/1998
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Rainer Brüderle, Wirtschaftsminister in Rheinland-Pfalz, gerät in den Strudel der Affäre um den Mainzer Sparkassenpräsidenten Karl-Adolf Orth. Der Chef des rheinland-pfälzischen Sparkassen- und Giroverbandes wurde vergangene Woche von seinem Verband beurlaubt, weil er durch üppige Spesenrechnungen und lukrative Nebenjobs aufgefallen war. Wirtschaftsminister Brüderle habe die Rechtsaufsicht über den Sparkassenverband völlig ungenügend ausgeübt, wirft Ise Thomas, die Mainzer Fraktionsvorsitzende der Grünen, dem stellvertretenden Bundesvorsitzenden der FDP vor. »Die Männerfreundschaft zwischen Orth und Brüderle scheint offensichtlich stärker als die Pflicht, die Rechtsverstöße des Sparkassenpräsidenten zu ahnden«, sagt Thomas. In Mainz gilt vor allem als anrüchig, wie schnell die Frau des Wirtschaftsministers, Angelika Adamzik-Brüderle, unter Orth im Sparkassenverband Karriere gemacht hat. Nach dem Amtsantritt von Orth 1990 schaffte sie es von der einfachen Referentin auf den Posten eines der drei Geschäftsführer der neu gegründeten Sparkassen-Innovations-Beteiligungsfinanzierungsgesellschaft Rheinland-Pfalz mbH. Diese soll Unternehmern Wagniskapital zur Verfügung stellen und findet kaum geeignete Abnehmer, weil es schon eine landeseigene Fördergesellschaft mit ähnlichen Aufgaben gibt. Das sei »reines Wahlkampfgequatsche«, weist Andreas Valentin, der Sprecher des Mainzer Wirtschaftsministeriums, die Vorwürfe zurück. Auch Verdachtsmomente gegen Orth seien stets »nach Recht und Gesetz behandelt worden«.

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