Statistik Krankenstand sinkt auf neues Rekordtief
Berlin - Wie die Zeitung "Die Welt" unter Berufung auf eine Statistik des Bundesgesundheitsministeriums berichtete, fehlten die Arbeitnehmer aus Krankheitsgründen in den ersten sechs Monaten durchschnittlich 3,13 Prozent der Sollarbeitszeit. Das bedeutet einen Rückgang um zwölf Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum als die durchschnittliche Fehlzeit bei 3,56 Prozent der Sollarbeitszeit lag.
Die Fehlzeiten entsprechen der Zeitung zufolge 3,4 Arbeitstagen. Der Wert stellt den niedrigsten Krankenstand in einem Halbjahr seit der Wiedervereinigung und im Westen seit Einführung der Lohnfortzahlung im Jahr 1970 dar. Am höchsten war die Krankenstandsquote im Februar mit 3,85 Prozent der Sollarbeitszeit. Dagegen fehlten die Arbeitnehmer im Januar mit 2,27 Prozent der Sollarbeitszeit am wenigsten.
Arbeitsmarktforscher nannten der Zeitung zufolge als wichtigsten Grund für den niedrigen Krankenstand die Angst der Arbeitnehmer, in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit den Arbeitsplatz zu verlieren. Überdies dämpfe die schwache Konjunktur die Zuversicht, nach einem Jobverlust schnell wieder in Lohn und Brot zu kommen.
Als weiterer Grund für den Rückgang bei den Krankenständen seit 2001 gelten Veränderungen in der Beschäftigtenstruktur. Der Arbeiteranteil in Industrie und Bau mit schwerer körperlicher Arbeit und hohen Krankenständen geht zurück, die Belegschaft wird immer jünger. Zudem wirken sich die gestiegene Beschäftigung von Frauen und Teilzeitarbeitern aus - beide Gruppen werden im Durchschnitt seltener krank. Auch eine bessere Gesundheitsprävention in den Betrieben wirkt sich günstig auf den Krankenstand aus.
mik/ddp/Reuters