Steigende Umsätze: Pelz liegt wieder im Trend - DER SPIEGEL
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Steigende Umsätze Pelz liegt wieder im Trend

Jahrelang haben die Verbraucher Pelze gemieden – vor allem aus Gründen des Tierschutzes. Doch nun hat sich die Branche erholt: Im vergangenen Jahr sind die Umsätze gestiegen.
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Erfurt - Das deutsche Kürschnerhandwerk verzeichnet nach eigenen Angaben einen Aufwärtstrend: Nach ersten Schätzungen sei der Branchenumsatz im vergangenen Jahr um zwei bis drei Prozent auf etwa 400 Millionen Euro gestiegen, sagte der Präsident des Zentralverbandes, Wolfgang Jahn, heute in Erfurt. Trotz des milden Winters seien die Geschäfte auch Ende 2006 gut gelaufen. Der Zuwachs bei Kürschnerwaren sei höher ausgefallen als im gesamten Textileinzelhandel, der auf ein Plus von nur einem Prozent kam.

Nachgefragt würden weniger "Pelze für den großen Auftritt", als leichte, alltagstaugliche Jacken oder Kurzmäntel, auch pelzgefütterte Parkas seien wieder im Kommen. Im Trend liegen natürliche Brauntöne und dunklere Farben. Für 2007 rechnet der Zentralverband mit einem Umsatzwachstum von bis zu 1,5 Prozent. Im Gegensatz zu vergangenen Jahren seien Pelze keine Massenkonsumartikel mehr, sondern das, was sie früher waren: elitär.

Die Zahl der Kürschnerbetriebe in Deutschland ist innerhalb von sechs Jahren um etwa 200 auf derzeit 800 gesunken. Sie beschäftigen rund 2800 Mitarbeiter. "Betriebe müssen schließen, weil kein Nachfolger gefunden wird", sagte Jahn. "Der Abwärtstrend bei der Zahl der Betriebe ist noch nicht gestoppt." Ein Grund dafür sei, dass das Kürschnerhandwerk sehr kapitalintensiv sei. Die Felle würden vorwiegend aus Skandinavien oder Nordamerika bezogen. Wegen der großen Nachfrage bei Auktionen aus China und Russland seien die Preise gestiegen.

Kritik von Tierschützern wies Jahn zurück: In den deutschen Handwerksbetrieben würden keine Felle verarbeitet, "die aus dubiosen Farmen kommen".

wal/dpa