Stellenabbau BMW-Betriebsrat will gegen Sparprogramm klagen
Hamburg - "Es gibt Knatsch, wie ihn das Unternehmen noch nicht gesehen hat", sagte Betriebsratschef Manfred Schoch dem SPIEGEL zufolge. Bei BMW wurde demnach offenbar heimlich ein Plan für die Ausgliederung von Dienstleistungen im Bereich Küchenservice, Betriebsärzte und Sicherheitskräfte ausgearbeitet.
Schoch sieht darin einen "Gesetzesbruch". Nach dem Betriebsverfassungsgesetz muss der Betriebsrat rechtzeitig über solche Veränderungen informiert werden. Der Betriebsratschef will deshalb Klage gegen BMW einreichen.
Verärgert ist Schoch auch über die Art, mit der der Abbau von 8000 Arbeitsplätzen vorangetrieben wird. So wurden beispielsweise zwei Mitarbeiterinnen ohne Beschäftigung sitzengelassen, in der Hoffnung, sie würden dann einen Aufhebungsvertrag unterschreiben. "Wie tief sind wir denn schon gesunken?", fragt Schoch. "Wenn wir auf diesem Niveau weitermachen", so der Betriebsratsboss, "bekomme ich Angst um dieses Unternehmen."
BMW leidet ebenso wie Mercedes-Benz unter steigenden Rohstoffpreisen, der Absatzkrise in den USA und dem schwachen Dollar-Kurs. Nach einem Gewinneinbruch im zweiten Quartal hatte BMW am Freitag seine Prognose für 2008 massiv gesenkt.
Der Autobauer rechnet jetzt nur noch mit einer Umsatzrendite vor Steuern von mindestens 4 Prozent. Experten errechneten daraus eine Reduzierung der Prognose um 1,5 Milliarden Euro. Statt mindestens 3,8 Milliarden Euro Vorsteuergewinn wären es nur noch 2,3 Milliarden Euro. Die BMW-Aktie verlor nach dieser Mitteilung zeitweise über 10 Prozent.
ala/AP