Suche nach Maulwurf Razzia bei Finanzbehörden im Fall Hoeneß
FC-Bayern-Präsident Hoeneß: Wer hatte Zugriff auf seine Steuerakte?
Foto: Andreas Gebert/ dpaBerlin - In der Steueraffäre um FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß durchsucht die Staatsanwaltschaft München derzeit Finanzbehörden in Bayern. Es geht dabei um die Strafanzeige, die Hoeneß selbst im Mai 2013 wegen "Verletzung des Steuergeheimnisses" gestellt hatte. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft München I, Thomas Steinkraus-Koch, bestätigte SPIEGEL ONLINE die Durchsuchungsaktion.
Im Oktober 2013 sei Hoeneß von "einem Presseorgan, das ich nicht näher benennen werde" ein Dokument vorgelegt worden, das Informationen aus seiner Steuerakte enthalten habe, sagte Steinkraus-Koch. Es handle sich um ein internes Dokument der Finanzverwaltung. "Nun soll geklärt werden, wer Zugriff auf diese Informationen hatte."
Der Bayerische Rundfunk (BR) hatte zuerst über die Durchsuchungen berichtet . Demnach finden sie im Finanzamt in Miesbach sowie im Rechenzentrum des Landesamtes für Finanzen in Nürnberg statt. Hintergrund sei ein Schriftstück aus der Steuerakte, das in dem Magazin "Stern" abgedruckt wurde. Es beziehe sich auf Einnahmen, die Hoeneß aus seiner Wurstfabrik in Franken erzielt hatte. Da die Durchsuchungsaktion am Vormittag noch nicht abgeschlossen war, wollte Steinkraus-Koch keine Details nennen.
Hoeneß muss sich ab dem 10. März vor dem Landgericht München wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe verantworten. Er ist in sieben Fällen angeklagt. Hoeneß soll mit Geld, das ihm der damalige Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus geliehen hat, spekuliert und die Gewinne nicht versteuert haben. Anfang des Jahres erstattete Hoeneß Selbstanzeige (die Chronologie des Falls im Überblick). Diese war nach Auffassung der Staatsanwaltschaft jedoch fehlerhaft.