Steuerausfälle Iran-Boykott kostet Fiskus Millionen
Hamburg - Sollte beispielsweise die iranische Bank Melli, über die ein Großteil des deutschen Außenhandels mit Teheran abgewickelt wird, auf Druck der USA auf eine Embargo-Liste der EU gesetzt werden, drohen dem Bundesetat mittelfristig Ausfälle von über zwei Milliarden Euro. Der Grund: Die durch Hermes-Bürgschaften abgesicherten Exportkredite würden dann nicht zurückbezahlt werden und der Bund müsste den deutschen Unternehmen ihren Schaden ersetzen.
Allein im nächsten Jahr würden die Ausfälle im deutschen Haushalt mit 700 bis 800 Millionen Euro zu Buche schlagen, haben die Experten aus dem Finanzministerium errechnet.
Zudem sind wegen des massiven Drucks, den die USA derzeit auf Unternehmen ausüben, die deutschen Exporte nach Iran im ersten Halbjahr bereits um 18 Prozent zurückgegangen, Tendenz weiter fallend. Durch die geringeren Unternehmensteuereinnahmen entgeht dem Fiskus ein dreistelliger Millionenbetrag.