Steuerboykott in der DDR
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DER SPIEGEL 3/1990
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Viele der mehr als 80 000 privaten Handwerksbetriebe in der DDR haben im vierten Quartal 1989 deutlich weniger Steuern gezahlt, als sie hätten abführen müssen. Der nicht organisierte Boykott wird vom zuständigen Ministerium für Finanzen als Protest gegen die hohe Steuerprogression gewertet. Privatbetriebe müssen bis zu 96 Prozent ihrer Gewinne an den Fiskus abführen. Der Steuerausfall wird auf rund 50 Millionen Ostmark geschätzt. Strafen haben die säumigen Handwerker aber kaum zu befürchten. »Das würde doch nur die Stimmung anheizen«, sagt ein Ost-Berliner Ministerialer.