Steuerermittlungen UBS droht in den USA Milliardenstrafe
Zürich - Die US-Steuerbehörden werfen der UBS der Schweizer "SonntagsZeitung" zufolge vor, von der Schweiz aus Vermögen für Kunden mit Wohnsitz in den USA betreut zu haben. Entsprechende sogenannte "Offshore-Konten" seien dem US-Fiskus nicht angezeigt und zu Steuerhinterziehungen benutzt worden. Es soll um Guthaben im Wert von 18 Milliarden Dollar gehen, jährlich sollen dem Fiskus in diesem Zusammenhang 300 Millionen Dollar Steuern entgangen sein, berichtet die "SonntagsZeitung". Deshalb rechne die Bank nun mit einer Geldbuße von rund zwei Milliarden Schweizer Franken - umgerechnet rund 1,3 Milliarden Euro.
Eine Sprecherin der Bank bezeichnete den Bericht als "reine Spekulation". Im November hatte die UBS erklärt, sie habe Hinweise dafür gefunden, dass es in einer begrenzten Anzahl von Fällen zu Steuerhinterziehung gekommen sei. Am vergangenen Freitag erklärte die Bank, alle diese Offshore-Konten würden Schritt für Schritt geschlossen.
Die in Zürich erscheinende "SonntagsZeitung" berichtet zudem, es sei zu erwarten, dass die UBS im vierten Quartal einen Verlust von acht Milliarden Franken erwirtschaftet habe und damit auf einen Jahresverlust von rund 20 Milliarden Franken kommen werde. Zu diesem Punkt wollte die UBS-Sprecherin keinen Kommentar abgeben.
Die Schweizer Großbank war in großem Stil in den Markt für auf amerikanischen Hypotheken basierende Wertpapiere eingestiegen und musste im vergangenen Herbst ein staatliches Beistandspaket in Anspruch nehmen. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) übernahm illiquide gewordene Wertpapiere von rund 60 Milliarden Dollar in eine Spezialgesellschaft, an der sich die UBS mit sechs Milliarden Dollar beteiligte. Dieser Betrag schlage nun als Verlust in ähnlicher Höhe zu Buche, berichtete die "SonntagsZeitung". Die UBS hatte früher erklärt, die Transaktion werde Abschreibungen von vier Milliarden Franken nach sich ziehen.