Steueroase: Finanzplatz Liechtenstein soll ausgebaut werden - DER SPIEGEL
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Steueroase Finanzplatz Liechtenstein soll ausgebaut werden

Keine Konsequenzen aus der Steueraffäre in Deutschland: Liechtenstein will auch künftig uneingeschränkt an seinen umstrittenen Privatstiftungen festhalten - jetzt soll das Fürstentum als Finanzplatz sogar ausgebaut werden.
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München - Vaduz sieht keinen Handlungsbedarf, die Privatstiftungen bleiben. Das geht aus einer Vorlage der Regierung des Fürstentums für die Sitzung des Landesparlamentes hervor, die für heute anberaumt ist, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet. Laut dem bislang unveröffentlichten Regierungspapier seien die Privatstiftungen "ein weltweit gesuchtes Instrument der Nachfolgeplanung", das als "Herzstück des Finanzplatzes Liechtenstein" tendenziell sogar eher ausgebaut werden soll.

Dank seines Treuhandwesens habe sich Liechtenstein "zu einem weltweit bedeutenden Stiftungsstandort entwickelt", dem jetzt aber "eine nachhaltige Wachstumsperspektive" fehle, heißt es in dem Papier weiter. Generell sei "ein hohes Maß an Privatsphäre" bei Bankgeschäften ein wesentliches Argument Liechtensteins, um sich unter den europäischen Finanzzentren zu behaupten. Kritiker sehen in den weitgehend anonymen Liechtensteiner Privatstiftungen hingegen ein Konstrukt, um ausländischen Steuerhinterziehern zu helfen, ihr Schwarzgeld vor dem Fiskus zu verstecken.

Das 20-seitige Regierungspapier sei die Reaktion der Regierung auf "Futuro", ein grundsätzliches Konzept für die weitere Entwicklung des Finanzplatzes Liechtenstein, das der Landtag in Vaduz heute beraten werde, schreibt die Zeitung. Von Rechtshilfe sei in dem Regierungspapier konkret nicht die Rede. Nur sehr allgemein heiße es, man könne sich generell den Ansprüchen von EU, USA oder OECD "im Rahmen internationaler Regulierungen" nicht verweigern, weil sonst "einseitige Reaktionen drohen".

sto/AFP