Steuerpläne EU-Kommission will Alkohol verteuern
Hamburg/Brüssel - Die EU-Kommission will für die November-Sitzung der 25 EU-Finanzminister einen Vorschlag präsentieren, um die seit 14 Jahren unveränderte Alkoholsteuer an die Preisentwicklung anzupassen, sagte eine Sprecherin heute in Brüssel. Vor allem die finnische EU-Präsidentschaft dringt auf eine höhere Mindeststeuer für Bier, Wein, Sekt und Schnaps.
Die EU setzt gemeinsam allerdings nur Mindestsätze der Alkoholsteuer fest, um Wettbewerbsverzerrungen zu begrenzen. In den meisten EU-Staaten liegt die eigentliche Steuer deutlich über diesen Mindestsätzen. Allerdings sind die Unterschiede in der Besteuerung teils erheblich. So liegt der EU-Mindestsatz für eine 0,7-Liter-Flasche Branntwein mit 40 Prozent Alkohol bei 1,54 Euro. In Schweden und Finnland beträgt der Satz jedoch 15,41 Euro beziehungsweise 14,13 Euro. Deutschland erhebt 3,65 Euro. Bei einem Liter Bier mit einem EU-Satz von 0,0935 Euro liegt der deutsche Fiskus mit einem Wert von 0,10 Euro leicht darüber.
Die Kommissions-Sprecherin sagte, Preiserhöhungen wegen der geplanten Steueranhebung würden sich deshalb in Grenzen halten. Selbst eine 25-prozentige Steuererhöhung würde eine Flasche Bier in Deutschland höchstens einen Cent teurer machen. Auch solle es Übergangsphasen geben, um die neuen Sätze stufenweise einzuführen. In Steuerfragen kann die EU nur einstimmig entscheiden.
kaz/Reuters/dpa